FDGB-Lexikon, Berlin 2009


Internationale Arbeit.

Inhalt:

I.      Vorbemerkungen zum Forschungsstand

II.     Was bedeutete internationale Arbeit für den FDGB?

III.    Die Organisationsstruktur der internationalen Arbeit des FDGB

IV.    Die Gewerkschaftsarbeit mit den RGW-Ländern

V.     Die Arbeit des FDGB im Weltgewerkschaftsbund (WGB)

VI.    Die „tätige Solidarität“ des FDGB

VII.   Die Arbeit des FDGB in der IAO

VIII.  Die Arbeit des FDGB im westlichen Ausland

          Literatur


I.   Vorbemerkungen zum Forschungsstand

Der Forschungsstand zum FDGB ist insgesamt eher schwach. Der zu dessen i.A. kann bestenfalls als stark unterentwickelt bezeichnet werden. Dies ist nicht zuletzt wohl auch darauf zurückzuführen, dass die Außenpolitik der DDR insgesamt für lange Jahre nicht gerade im Zentrum wissenschaftlicher Forschung stand. Während sich auf diesem Gebiet allerdings in den letzten Jahren einiges getan hat, harrt die i.A. des FDGB noch ihrer angemessenen wissenschaftlichen Erforschung. Das Desinteresse an der i.A. des FDGB geht dabei wahrscheinlich und zum Teil nicht ganz unberechtigt auch auf den Umstand zurück, dass die i.A. des FDGB nur als Funktion der jeweiligen außenpolit. Prämissen und Ziele der SED verstanden werden kann, wobei diese wiederum weitgehend als Funktion der entsprechenden Prämissen und Ziele der sowj. Imperialmacht zu sehen sind. Nichtsdestoweniger war der FDGB mit seiner i.A. ein wichtiges Instrument dieser Außenpolitik, das - allerdings nur als solches - eine eingehendere wissenschaftliche Bearbeitung verdient. Eine von diesen Abhängigkeiten losgelöste Betrachtung der i.A. als autochthone polit. Erscheinung muss folglich zu Fehleinschätzungen führen.
Die folgenden Ausführungen können daher nur versuchen, einige grundlegende Funktionen und Zielrichtungen der i.A. des FDGB zu benennen und exemplar. einige Aktionen zu beleuchten, die von der Forschung noch genauer zu untersuchen wären.


II.   Was bedeutete internationale Arbeit für den FDGB?

Auf dem 10. FDGB-Kongress 1982 in Berlin, der die internationale Tätigkeit des FDGB als zentrales Thema hatte, definierte die Gewerkschaft die Aufgabe ihres internationalen Handelns: „Der FDGB lässt sich in seiner internationalen Tätigkeit vom proletar. Internationalismus und der antiimperialist. Solidarität leiten. Das entspricht den revolutionären Traditionen der deutschen Arbeiterklasse und ihrer Gewerkschaftsmitglieder. [] Von diesem Standpunkt gehen wir auch an die Aufgaben heran, das Bündnis der drei revolutionären Hauptströme unserer Zeit - des sozialist. Weltsystems, der Arbeiterbewegung in den Ländern des Kapitals und der nationalen Befreiungsbewegung - zu festigen und zu entwickeln“ (Protokoll des 10. FDGB-Kongresses vom 21. bis 24. April 1982 in Berlin).
Entsprechend der marxist.-leninist. Ideologie vom Klassenkampf und der Charakterisierung der Epoche als der des weltweiten Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus wurden die nationalen Befreiungsbewegungen in Afrika, Asien und Südamerika als natürliche Bündnispartner betrachtet. Allerdings konzentrierte sich der fürsorgliche Blick bzw. die „tätige Solidarität“ auf jene mit sozialist. Orientierung. Die Gestaltung zwischenstaatlicher Beziehungen hatte neben den polit. Gemeinsamkeiten laut eigener Propaganda folgende Kennzeichen, die allgemein den Rahmen für die i.A. des FDGB geben sollten: Solidar. Aktionen, gleichberechtigte Zusammenarbeit, gegenseitige Hilfe, gemeinsame Verteidigung der Errungenschaften des Sozialismus, Annäherung der sozialist. Völker und Staaten, Aufblühen der einzelnen „sozialist. Nationen“.
Grundsätzlich bestand die i.A. des FDGB darin, den außenpolit. Vorgaben der SED zu folgen und diese nach seinen Möglichkeiten umzusetzen. Die Rahmenbedingungen des Kalten Krieges und die internationalen Krisenregionen bestimmten immer die außenpolit. Schwerpunkte der DDR. In den 50er Jahren war dies der Korea-Krieg in Fernost, die 60er Jahre waren von den Kriegen in Indochina und Vietnam geprägt. In den 70er Jahren entwickelte die offiz. Außenpolitik einen Schwerpunkt in Afrika, in den 80er Jahren galt die Aufmerksamkeit Nikaragua und Mittelamerika. Ob Korea, Vietnam, Afrika oder Nikaragua - der FDGB war stets integriert in das entsprechende außenpolit. Konzept der SED-Führung. In den 50er und 60er Jahren hießen die Ziele der SED im Hinblick auf die eigene Stabilisierung vornehmlich Festigung und Ausbau der Beziehungen auf allen Gebieten zur Sowjetunion als Garantiemacht und Herstellung gutnachbarlicher Beziehungen zu den östlichen Nachbarstaaten. Insgesamt ging es der SED um die Herbeiführung der völkerrechtlichen Anerkennung auch im nicht-sozialist. Lager gegen den westdeutschen Alleinvertretungsanspruch. Zugleich wollte sie internationales Ansehen als gesellschaftliche Alternative zum anderen deutschen Teilstaat gewinnen. In dieser Zeit wurde der außenpolit. Apparat aufgebaut und die Grundlagen für die außenpolit. Praxis der DDR gelegt. In diesen beiden Jahrzehnten hatte auch die gewerkschaftspolit. Arbeit des FDGB im Ausland eine wichtige Funktion für die SED. Gerade der afrikan., sich entkolonialisierende Kontinent war hier für die „vordiplomat.“ Arbeit des FDGB interessant, dessen Aufgabe darin bestand, die Aufnahme diplomat. Beziehungen zu den wichtigsten afrikan. Staaten herbeizuführen und die Unabhängigkeitsbestrebungen der afrikan. Staaten und den Kampf der dortigen Befreiungsbewegungen zu unterstützen. Zudem war die i.A. auf die „Entlarvung des westdeutschen Imperialismus und seiner neokolonialist. Politik“ und die Stärkung der Positionen der DDR in der deutschen Frage gerichtet. Der FDGB entwickelte Verbindungen zu Befreiungsbewegungen und pflegte diese mittels polit. und finanzieller Unterstützung, oft gemeinsam mit dem Solidaritätskomitee der DDR. Er baute darüber hinaus die internationalen Beziehungen zu Gewerkschaften auf, um über ihre Einflussmöglichkeiten das Ansehen der DDR zu stärken und außenpolit. Entscheidungen der jeweiligen Regierungen im Interesse der DDR zu beeinflussen. Begleitet war diese Politik von einem regen Austausch von Delegationen und dem Kontaktaufbau zu einzelnen Gewerkschaftsfunktionären mit dem Ziel, so die ökonom. und polit. Beziehungen voranzubringen.
Seit den 70er Jahren, als der ostdeutsche Teilstaat die internationale Anerkennung erreicht hatte, galt der Blick der SED der Intensivierung und Pflege der Außenhandelsbeziehungen sowohl innerhalb des eigenen Bündnisses als auch mit den Ländern der westlichen und der Dritten Welt. Der FDGB verlor daher auf dem vordiplomat. Feld an Bedeutung und seine finanzielle Solidaritätshilfe wurde zunehmend dem Solidaritätskomitee untergeordnet. Der FDGB blieb aber v.a. in Afrika aktiv.
Abgelöst wurde die zentrale Stellung der „Solidarität mit Afrika“ Anfang der 80er Jahre von der internationalen Sicherheits- und Rüstungsdiskussion, die der FDGB auch für seine i.A. ganz in den Mittelpunkt schob. Er titelte auf dem 10. FDGB-Kongress 1982: „Der Kampf um Frieden und sozialen Fortschritt prägt die internationale Tätigkeit des FDGB“ - ein neuer und verbindender Anknüpfungspunkt für die Kommunikation mit westlichen Gewerkschaften war gefunden.


III.   Die Organisationsstruktur der internationalen Arbeit des FDGB

Der Apparat der i.A. des FDGB war Teil des außenpolit. Apparates der SED-Führung und zählte organisator. zu dessen dritter Ebene. Auf dieser konnten gesellschaftliche Organisationen im nicht-staatlichen Bereich wirken und Felder erschließen, zu denen die offiz. DDR-Außenpolitik, v.a. bis 1972, weitgehend noch keinen Zugang hatte. Der entsprechende FDGB-Apparat war nicht dem Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten (MfAA) zugeordnet, sondern wurde direkt von der ZK-Abt. Internationale Verbindungen angeleitet und kontrolliert, die auch das Anleitungs- und Kontrollorgan aller außenpolit. relevanten Einrichtungen war - neben dem MfAA waren das über 30 Organisationen und Institutionen. Die enge Anbindung der i.A. des FDGB an die der SED wurde nicht nur durch die direkte Kontrolle und Anleitung durch die zuständige ZK-Abt., sondern auch durch die Einbindung der FDGB-Vors. Herbert Warnke bzw. dann später Harry Tisch in die SED-Führung sichergestellt.
Die i.A. erfuhr im FDGB-Apparat zunächst eine unstete organisator. Entwicklung, die Verantwortlichkeiten wechselten häufig. Gewerkschaftsintern unterstand die zunächst noch bescheidene i.A. ab 1946 dem 1. und 2. Vors. des FDGB, zu deren Unterstützung 1948 beim Sekr. des BuV ein Büro für internationale Angelegenheiten eingerichtet wurde, aus dem 1949 die Abt. Internationale Verbindungen beim FDGB-BuV hervorging. Stellenwert und Abhängigkeiten der damaligen i.A. des FDGB werden deutlich, wenn man sich die Person des Leiters dieses Büros, Erich Henschke (*23.1.1907-22.12.1988), damals noch unter seinem Pseudonym im spanischen Bürgerkrieg als Karl Kastro, ansieht: Henschke hatte zuvor von London aus undercover im Auftrag des sowj. Geheimdienstes über den amerikan. Geheimdienst den Einsatz deutscher Kommunisten hinter der Front in Deutschland organisiert.
Von 1949-63 war - mit Unterbrechungen - der FDGB-Vors. Herbert Warnke direkt zuständig (1949-52, 1955-57, 1962/63). Zwischenzeitlich war dies die Aufgabe der Sekretäre für internationale Verbindungen Kurt Kühn (1952/53), Paul Geisler (1953-55), Rudolf Kirchner (1957-59) und Walter Tille (1960/61). Ab 1963 lag die Verantwortung für die i.A. durchgängig bei den Sekretären für internationale Verbindungen: 1963-65 bei Wolfgang Beyreuther, anschließend bis 1982 bei Heinz Neukrantz, dann bis 1989 bei Frank Bochow.
Die Abt. Internationale Verbindungen wurde seit Ende der 50er Jahre immer weiter ausgebaut. Zu ihren Aufgaben gehörte, die i.A. des FDGB-BuV zu analysieren, Vereinbarungen, Kommuniques, Gruß- und Solidaritätsschreiben zu verfassen, mit dem WGB und seinen Berufsvereinigungen (IVG) zusammenzuarbeiten, die FDGB-Mitglieder im Ausland zu betreuen, gewerkschaftliche Leitungen in Fragen der Arbeit mit ausländ. Delegationen sowie bei der Einbeziehung ausländ. Arbeitnehmer in die BGO anzuleiten und zu kontrollieren.


IV.   Die Gewerkschaftsarbeit mit den RGW-Ländern

Die Beziehungen zu den „Bruderländern“ standen im Zeichen des sog. „sozialist. Internationalismus“, einer spezif. Form des proletar. Internationalismus. Hier stand „das freiwillige Bündnis von Staaten“ im Mittelpunkt, die „den Weg der Schaffung einer neuen sozialökonom. Ordnung eingeschlagen“ hatten. Ungeachtet seiner zunehmenden Aktivitäten außerhalb des „sozialist. Lagers“ standen für den FDGB in der i.A. bis in die 80er Jahre die Kontakte zu den sowj. Gewerkschaften (vgl. sowj. Referenzmodell) sowie zu den Gewerkschaften anderer RGW-Staaten im Vordergrund. Im Jahr 1967 kamen beispielsweise 676 ausländ. Gewerkschaftsdelegationen, überwiegend aus dem „sozialist. Ausland“, in die DDR, wobei die Effizienz des gewerkschaftlichen Einsatzes selbst SED-intern in Frage gestellt wurde. Die Außenpolit. Kommission beim Politbüro des ZK der SED bemerkte zum selben Jahr resümierend: „Der internationale Erfahrungs- und Delegationsaustausch ist zu qualifizieren.“ Diesem Ziel sollten auch der seit 1957 mit der Sowjetunion praktizierte Arbeiteraustausch und der vom Feriendienst des FDGB organisierte Urlauberaustausch mit verschiedenen sozialist. Ländern dienen.
Das Verhältnis zu den sowj. Gewerkschaften verschlechterte sich allerdings Mitte der 80er Jahre unter dem Eindruck von Glasnost und Perestrojka merklich. Die offiz., 1987 in dritter Auflage erschienene und bis 1986 reichende „Chronik“ des FDGB erwähnt nach dem Amtsantritt Michail Gorbatschows (*2.3.1931) kein einziges Mal mehr Kontakte des FDGB zu den sowj. Gewerkschaften. Hauptkritikpunkt für den FDGB war neben dem generellen Unverständnis für die Notwendigkeit von Glasnost und Perestrojka auch in der DDR die neue sowj. Forderung nach internationalem Wettbewerb.


V.   Die Arbeit des FDGB im Weltgewerkschaftsbund (WGB)

Zwei Schwerpunkte hatte die i.A. des FDGB über den gesamten Zeitraum seines Wirkens: die Arbeit im WGB und die „tätige Solidarität“. Der WGB diente dem FDGB gerade in den 50er Jahren als wichtige Starthilfe zur Aufnahme internationaler Verbindungen, bis Mitte der 50er Jahre zu über 100 Gewerkschaften. Über die Kontakte zu den sozialist. Ländern hinaus konnten neue Verbindungen v.a. zu den skandinav., lateinamerikan., indischen, englischen und japan. kommunist. Gewerkschaften geknüpft werden. Besonders eng war das Verhältnis zur franz. CGT (mit der beispielsweise 1950 ein „Kampfabkommen“ gegen die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik geschlossen wurde). Einig waren sich diese Gewerkschaften mit dem FDGB in der Haltung zum Korea- und Vietnamkrieg sowie in der Ablehnung der Remilitarisierung Westdeutschlands. Der FDGB wurde im WGB ein wichtiges Mitglied, da die DDR als „hochindustrialisiertes sozialist. Land“ (Weltgewerkschaftskongress, Berlin, 16.-22.9.1986, Berlin 1987) und somit als weltweites Vorzeigeland eines blühenden volksdemokrat. Staates galt. Seinerseits unterstützte der FDGB den WGB aus seinem Solidaritätsfonds, z.B. 1954 mit 520 000 Mark für die vom WGB geleiteten Protestaktionen für verfolgte kommunist. Gewerkschaftsführer in Korea und Vietnam. Gemeinsam mit dem WGB wurden 1963 die Wirtschaftssanktionen der USA gegen Kuba abgelehnt. Häufig fanden Generalratssitzungen des WGB in Ost-Berlin statt, die vom FDGB stets zur Eigenprofilierung genutzt werden konnten, denn es ging grundsätzlich darum, sich als zuverlässiges Mitglied der sozialist. Gewerkschaftsbewegung zu präsentieren. Der WGB seinerseits begrüßte z.B. gemeinsam mit dem FDGB die Niederschlagung der „faschist. Provokationen“ vom 17. Juni 1953 und erklärte 1961 nach Beratungen mit dem Sekr. des FDGB-BuV, mit der Errichtung der Berliner Mauer am 13. August 1961 habe die DDR „im Interesse der gesamten internationalen Arbeiterklasse und des Weltfriedens gehandelt“. Gerade Herbert Warnke nutzte seine Position als Vizepräsident des WGB, um ihn für die Anliegen des FDGB bzw. der SED nutzbar zu machen. So setzte sich der WGB ganz im Sinne der Westarbeit von FDGB und SED, die ihrerseits wiederum von den Interessen der sowj. Außenpolitik geleitet war, intensiv gegen die Wiederbewaffnung Westdeutschlands und die Einbindung in eine gemeinsame (west-) Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG) ein. Die Arbeit des FDGB im WGB in den 50er und 60er Jahren war geprägt von dem Ziel der staatlichen Anerkennung der DDR bzw. der internationalen Anerkennung seiner selbst. Hierfür suchte der FDGB internationale Unterstützung v.a. bei den westlichen kommunist. Gewerkschaften im WGB, insbesondere bei der italien. CGIL und der franz. CGT. Der Prager Frühling 1968 und die kritische Haltung der westlichen kommunist. Gewerkschaften zu dessen gewaltsamer Niederschlagung durch Truppen des Warschauer Paktes ließen allerdings das Verhältnis des FDGB zu ihnen abkühlen.
In den 70er Jahren versuchten der FDGB und der WGB schwerpunktmäßig, in der IAO gemeinsame Initiativen durchzusetzen. Hierbei waren sie immerhin so erfolgreich, dass die USA aufgrund des wachsenden kommunist. Einflusses 1977 die Organisation verließen.
In den 80er Jahren sahen der WGB und der FDGB in den zunehmenden ökonom. Problemen der westlichen Welt Zeichen eines heraufziehenden entscheidenden Klassenkampfes und einer Zuspitzung der Systemauseinandersetzung zwischen Imperialismus und Sozialismus, für die es die Kräfte zu sammeln und zugleich die eigenen Gewerkschaften zu stärken gelte (vgl. Stamokap).


VI.   Die „tätige Solidarität“ des FDGB

Die „Solidarität“ mit afrikan. Staaten wurde ab 1960 ein wichtiges Element der DDR-Außenpolitik. Die Akzente dieser Afrika-Politik wurden allerdings nach 1977 vor dem Hintergrund zunehmender wirtschaftlicher Probleme im sozialist. Lager und nicht zuletzt auch in der DDR in Richtung einer ökonom. anstelle der zuvor vorherrschenden polit. Betrachtung verschoben.
Mit der am 9.1.1960 veröffentlichten Solidaritätserklärung „Unser Herz und unsere Hände den afrikan. Kollegen“ gab der FDGB-BuV den Startschuss für seine jahrzehntewährenden Solidaritätsaktionen für Afrika. Besondere Aufmerksamkeit des FDGB fanden dabei die Gewerkschaften in jenen afrikan. Ländern, die sich aus Sicht des FDGB in der Übergangsperiode zum Sozialismus befanden. Der FDGB setzte sich in vielen Resolutionen gegen die Apartheid in Südafrika und für die Unabhängigkeit u.a. Angolas, Mocambiques und Guineas ein. Es war der FDGB, der als erste DDR-Institution Kontakte zur südafrikan. Befreiungsbewegung ANC knüpfte. Sozialattachés, die vom FDGB ausgesucht und angeleitet wurden, aber dem DDR-Außenministerium unterstanden, hatten die Aufgabe, Beziehungen zu Gewerkschafts- und anderen Organisationen zu entwickeln. Im Fokus der i.A. des FDGB standen v.a. Kenia, Zimbabwe, Südafrika, Algerien, Kuba, Burma, Guinea, die VDR Jemen, die VR Kongo, Syrien, Tansania, seit Mitte der 70er Jahre Angola, Äthiopien, Benin, Guinea-Bissau, die Kapverden, Libyen, Madagaskar, Mocambique sowie Sao Tomé und Prinzipe und Afghanistan.
Ein signifikantes Beispiel der Tätigkeit des FDGB im „vordiplomat. Feld“ ist seine Beziehung zur Gewerkschaft Ghana Trade Union Congress (TUC). Im März 1960 eröffnete Herbert Warnke hier die erste Industrieausstellung der DDR in Schwarzafrika. Neben dem Delegationsaustausch wurden Studienplätze an der Gewerkschaftshochschule und eine materielle Unterstützung durch den FDGB vereinbart. 1961 waren zwei Berater des FDGB acht Monate beim TUC tätig, einer von ihnen als persönlicher Berater von Generalsekretär John Tettegah (*Sept. 1930). Nach dem Besuch einer FDGB-Delegation im April 1960 wurde die Zusammenarbeit vertraglich fixiert und der langfristige Einsatz eines FDGB-Beraters vorgesehen. Die Zusammenarbeit gewann über Ghana hinaus Bedeutung, als Tettegah 1965 die Führung der All-African Trade Union Federation (AATUF) übernahm. Während seines Aufenthaltes in Ghana 1960 vereinbarte Warnke auch die Aufnahme diplomat. Beziehungen mit Guinea, was dann aber letztlich doch am Veto der Bundesrepublik (Hallstein-Doktrin) scheiterte. Ungeachtet dessen war Warnke als Gewerkschaftschef hier quasi im diplomat. Auftrag für die DDR tätig gewesen.
Die Intensität der i.A. des FDGB in Afrika wird deutlich, wenn man weitere Beispiele in den Blick nimmt: Laut Rechenschaftsbericht des Instituts für Internationale Beziehungen der Akademie für Staats- und Rechtswissenschaften der DDR von 1984 stellte die DDR „dem alger. Volk“ für den Kampf eines von Frankreich unabhängigen Staates über Jahre bis 1960 Spendenmittel in Höhe von insges. 7,2 Mio. Mark zur Verfügung, davon allein aus dem FDGB-Solidaritätsfonds 5 Mio. Mark. An FDGB-Kongressen nahmen ab 1963 führende südafrikan. Gewerkschaftsvertreter als Gäste teil. In der DDR organisierte der FDGB die Solidaritätsaktion „Freiheit für das südafrikan. Volk“ maßgeblich mit und mobilisierte die DDR-Bevölkerung für Kundgebungen, Protestresolutionen u.a. Bei der Durchführung der Veranstaltungen wurden Gewerkschafter aus Guinea, Ghana, Nigeria, Marokko, Kambodscha und der Tschechoslowakei einbezogen. Über das Solidaritätskomitee beteiligte sich der FDGB jahrelang an Warenlieferungen für den südafrikan. ANC. Im Zuge der Unterstützung für afrikan. Befreiungsbewegungen trafen Vertreter des FDGB-BuV mit afrikan. Staatsgästen zusammen, wie etwa im September 1974 mit der Delegation des OAU-Befreiungskomitees (Organization of African Unity).
In den 70er Jahren, nach der internationalen Anerkennung der DDR, wurde die Verquickung der „Solidaritätsarbeit“ nach Afrika mit den wirtschaftlichen Interessen der DDR immer klarer. Dazu einige Beispiele: 1976 wurde aus Spendenmitteln des Solidaritätskomitees für 106 Mio. Mark militär. Material an Angola geliefert. Dieser hohe finanzielle Aufwand hätte sich ohne den Beitrag des FDGB, der ungefähr die Hälfte des Gesamtbetrages betrug, zweifellos nicht verwirklichen lassen. Mit dem Land war kurz zuvor ein für die DDR devisenfreies und daher günstiges Kaffeelieferungsabkommen geschlossen worden. Die materielle Unterstützung des Solidaritätskomitees für Äthiopien steigerte sich von 100 000 Mark 1976 auf 12 Mio. Mark 1978. 1977 wurden 5 000 t jährliche Kaffeelieferung an die DDR gegen militär. Gerät und Warenlieferungen für Äthiopiens Diktator Mengistu Haile Mariam (*1937) vereinbart. Auch in die Umsetzung des am 24.4.1978 geschlossenen, für die DDR sehr wichtigen „Kohlevertrages“ mit Mocambique waren das Solidaritätskomitee, der FDGB-BuV und der Zentralrat der FDJ eingebunden. 1979 wurde zwischen der DDR und Mocambique eine Vereinbarung über die Beschäftigung von jährlich tausenden mocambiquan. Vertragsarbeitern in der DDR abgeschlossen. Diese Vertragsarbeiter stellten eine Verrechnungsgröße innerhalb der ökonom. Beziehungen zwischen den beiden Ländern dar. Das Kohleprojekt in Moatize ist ein besonders gutes Beispiel dafür, wie die neue „Solidaritätsarbeit“ funktionierte: Das Solidaritätskomitee sammelte Spenden, welche von den DDR-Betrieben, die Moatize für den Aufbau eines Steinkohletagebaus belieferten, direkt beim Komitee per Rechnung abgerufen wurden. Mocambique erhielt mit insges. 148,2 Mio. Mark den größten Betrag für ein Land bzw. eine Befreiungsorganisation im südlichen Afrika.
Die Gelder wurden vom FDGB mittels Solidaritätsmarken, Solidaritätskonzerten und anderen Aktionen für Solidaritätsspenden bei der DDR-Bevölkerung gesammelt und anschließend zum großen Teil aus dem Solidaritätsfonds des FDGB an das Solidaritätskomitee der DDR als Koordinierungsstelle für die Geldverteilung weitergegeben. Was in der Propaganda von der SED als Nothilfekomitee gepriesen wurde, war v.a. seit den 70er Jahren zunehmend auch ein Finanzierungsfonds für Militärhilfe.
Je knapper die Devisen der DDR wurden, umso mehr wurde auf Bildungs- und Ausbildungsangebote als Zahlungsäquivalent gesetzt. Für die ausländ. Studenten kostenlos, trugen das Solidaritätskomitee bzw. der FDGB deren finanziellen Aufwand. Im Studienjahr 1987/88 studierten insgesamt 6 906 Auszubildende aus Entwicklungsländern an den Universitäten der DDR. Die gesamten Kosten hierfür (8,972 Mio. Mark) trug das Solidaritätskomitee.
Auch das Schulungswesen des FDGB war in seine i.A. eingebunden. Seit Ende der 50er Jahre konnten beispielsweise Gewerkschafter aus Entwicklungsländern einen 18-monatigen Kurs an der Gewerkschaftshochschule des FDGB besuchen, jährlich ca. 100 Personen. Von 1965-86 nahmen 3 600 Gewerkschafter aus 91 Ländern an solchen Kursen teil. Der FDGB stellte auch Schulungsmaterialien und technische Ausrüstung für die Schulung in den Heimatländern zur Verfügung und entsandte spezielle Gewerkschaftsberater für Schulungszwecke v.a. in afrikan. und arab. Länder.
Parallel zum Entkolonialisierungsprozess in Schwarzafrika verlief auch die Entwicklung hin zu nationaler Souveränität in der arab. Region. Im Nahen Osten bzw. Nordafrika konzentrierte sich die „Solidaritätsarbeit“ des FDGB in den 50er Jahren auf Syrien, Libanon, Ägypten, Algerien und Palästina sowie den Dachverband der arab. Gewerkschaften, ab den 60er Jahren kamen Jemen, Irak und Sudan hinzu. Allerdings war der finanzielle Einsatz im arab. Raum sehr viel zurückhaltender, dafür ergingen Solidaritätserklärungen, Resolutionen und Freundschaftsvereinbarungen umso reichlicher. Intensiv war auch die „Solidaritätsarbeit“ des FDGB für Nordvietnam. Der FDGB stellte zwischen 1953 und 1975 jährlich zwischen 10 und 20 Mio. Mark aus seinem Solidaritätsfonds zur Verfügung. In den 80er Jahren richtete sich die „Solidaritätsarbeit“ des FDGB v.a. nach Lateinamerika (Chile, Nikaragua, Paraguay, Argentinien, Brasilien, Uruguay, Bolivien) aus.


VII.   Die Arbeit des FDGB in der IAO

Die IAO war für den FDGB bzw. die DDR ein nicht unwichtiges Feld außenpolit. Aktivitäten. Der SED-Historiker Heinz Deutschland konstatierte 1981, für die sozialist. Staaten biete „die Diskussion und die Kodifizierung sozialpolit. Normen“ im Rahmen der IAO die Möglichkeit, „die Errungenschaften des realen Sozialismus auf ökonom. und sozialem Gebiet und die sozialist. Arbeitsgesetzgebung zu propagieren“ (Die Internationale Arbeitsorganisation, Berlin). In diesem Sinne arbeitete der FDGB in der Gewerkschaftsgruppe der IAO mit und versuchte in diesem Gremium, den Kontakt zu den Gewerkschaften kapitalist. Länder auf- und auszubauen. FDGB bzw. WGB versuchten, die technische Hilfe der IAO v.a. den von ihnen selbst unterstützten Befreiungsbewegungen zukommen zu lassen. Die IAO geriet so, mit den Worten Deutschlands, zum „Feld der erbittertsten Klassenkämpfe“.


VIII.   Die Arbeit des FDGB im westlichen Ausland

Trotz großer Anstrengungen blieb der Einfluss des FDGB auf westliche Länder letztlich gering. Dies lag v.a. an der Schwäche der kommunist. Parteien und Gewerkschaften in den meisten dieser Länder.
Neben der Bundesrepublik, die das Ziel einer speziell auf sie gerichteten sog. Westarbeit war, war Frankreich, die zweitgrößte westeuropäische Industrienation, für die SED und in deren Auftrag den FDGB nicht zuletzt aus wirtsch. Gründen von besonderem Interesse. Aufgrund des hohen kommunist. Potentials (in den 80er Jahren 15-20% der Bevölkerung) in Frankreich hatten die Kontakte des FDGB zur CGT besondere Bedeutung für die SED. Doch konnte trotz intensiver gemeinsamer Bemühungen in den 50er Jahren etwa die Westintegration der Bundesrepublik nicht verhindert werden.
Während die Beziehungen zu den kommunist. Gewerkschaften in den USA nur Symbolwert hatten, fand die DDR in Finnland einen in der Frage der internationalen Anerkennung kooperativen polit. Partner, obwohl die kommunist. Partei wie auch in den anderen skandinav. Ländern eine marginale Rolle spielte. Finnland versuchte wegen seiner besonderen geostrateg. Lage und Geschichte eine Position zwischen den Blöcken zu finden. Es war wie Schweden nicht Mitglied der NATO und ging von der Gleichbehandlung der beiden deutschen Teilstaaten aus. Schon in den 50er Jahren baute die DDR ein ganzes Netz von „Werbeagenturen“ zur Pflege der Kontakte in diesen Ländern auf, wie Freundschaftsgesellschaften und Kulturinstitute. In diese Kategorie gehören auch die Internationalen Klubs der Seeleute des FDGB oder die „Ostseewoche“ in Rostock. Gerade die Arbeiterkonferenzen der Ostseeländer des FDGB halfen, den für die DDR wichtigen Kontakt zu diesen beiden nordischen Staaten zu intensivieren.
Auch in Großbritannien war die kommunist. Partei eine einflusslose Größe, doch versuchte die DDR, über die starken britischen Gewerkschaften mehr indirekten Einfluss auf die englische Politik zu nehmen. Besonderes Engagement entwickelte der FDGB im Gefolge des britischen Bergarbeiterstreiks daher zu Beginn der 80er Jahre. Nach gelegentlichen gegenseitigen Delegationsbesuchen Ende der 70er Jahre nahm die britische Bergarbeitergewerkschaft im Juli 1985 beispielsweise ein „Solidaritätsangebot der Gewerkschaften der DDR“ an und sandte 181 Frauen und Kinder in ein FDGB-Erholungsheim in der DDR. Im April 1985 und im Mai 1986 organisierte der FDGB-Feriendienst eine DDR-Reise für britische Kriegsveteranen. Gegenüber westeuropäischen polit. Einflüssen blieb der FDGB seinerseits allerdings rigoros ablehnend. Im Januar 1982 schrieb die britische TUC an den FDGB-Vors. Harry Tisch, der FDGB solle seine Haltung zur polnischen Solidarnosc überdenken. Tisch antwortete barsch, die britischen Gewerkschaften sollten sich lieber um Südafrika kümmern, als dem FDGB Vorschriften zu machen.
Nach der Säuberungswelle in der Kommunist. Partei Österreichs begann Anfang der 70er Jahre ein reger Besucheraustausch zwischen der DDR und Österreich, auch gewerkschaftlicher Art, im Rahmen des Urlauberaustausches des FDGB. Seit Ende der 70er Jahre bestand ein relativ intensiver Kontakt zwischen dem FDGB und dem ÖGB, der dazu führte, dass in den 80er Jahren in der DDR die gemeinsamen Standpunkte in der Sicherheits- und Abrüstungspolitik stark herausgestellt wurden.
Auch mit dem japan. Gewerkschaftsdachverband SOHYO pflegte der FDGB Kontakte und dies schon seit 1954. In den 50er Jahren lief der Kontakt direkt über Herbert Warnke und entwickelte sich hin zu mehrfachen Delegationsbesuchen. Der SOHYO äußerte sich in der Frage der internationalen Anerkennung wiederholt im Sinne der DDR. 1961 wurden die Kontakte von den japan. Behörden allerdings unterbunden. Einer FDGB-Delegation wurde die Einreise zum SOHYO-Kongress verweigert. Als die Kontakte im Oktober 1972 wieder aufgenommen werden konnten, wurde lediglich ein gewerkschaftlicher Jugendaustausch vereinbart und praktiziert. Aus wirtsch. Erwägungen hatte die SED ein starkes Interesse an japan. Touristen, für die der FDGB mehrere tausend Touristenreisen pro Jahr in der DDR organisierte.
Aufgabe des FDGB in Bezug auf die westlichen Gewerkschaften war v.a. die internationale Isolation der DDR nach Westen mit aufzubrechen, die Selbstdarstellung des eigenen Landes im westeuropäischen Ausland zu stützen und den Weg für die internationale Anerkennung des ostdeutschen Teilstaates frei zu machen. Am besten gelang dies in Finnland und Frankreich. Nachdem die Phase der internationalen Ächtung Anfang der 70er vorüber war, versuchte die SED mit Hilfe des FDGB, die wirtsch. Beziehungen mit den nicht-sozialist. Ländern auszubauen und das Bild der DDR im Ausland zu verbessern. Dabei scheiterten FDGB wie SED weitgehend. Auch das 1974 gegründete und von Gewerkschaftern kapitalist. Länder rege frequentierte „International - Informations- und Bildungszentrum e.V.“ des FDGB konnte daran wenig ändern. Trotz der intensiven Bemühungen des FDGB um seine Besucher, die u.a. einen deutlich besseren Standard in ihren Hotels vorfanden als DDR-Bürger, äußerten sich selbst finnische Gäste in der DDR sehr kritisch über die Lebensverhältnisse in der DDR. Die wirtsch. Beziehungen blieben ebenfalls weit hinter den Erwartungen zurück. Ein wirkliches Resümee zu ziehen, das Erfolge und Misserfolge abwägt, die Gründe für das eine wie das andere benennt und objektiv Erreichtes von den z.T. hochgesteckten Erwartungen seitens SED und FDGB herausstellt, ist auf dem derzeitigen Forschungsstand allerdings noch nicht möglich.

Alexandra Hermann


Lit.: H. Bischof, Aktionsmuster der DDR-Außenpolitik in Entwicklungsländern (Deutschland Archiv Sonderheft Außenpolitik und Außenbeziehungen der DDR, 1971). - H.S. Lamm/S. Kupper, DDR und Dritte Welt, 1976. - H. Deutschland (Hg.), Die Internationale Arbeitsorganisation, 1981. - Zu einigen aktuellen Entwicklungstendenzen in der sozialist. Staatengemeinschaft, hg. von der Akademie für Gesellschaftswissenschaften beim ZK der SED (Reihe A; 35), Berlin 1982. - S. Mielke (Hg.), Internationales Gewerkschafts-Handbuch, 1983. - Die DDR und die arabischen Staaten. Dokumente 1956-82, 1984. - W. Bruns, Die Außenpolitik der DDR, 1985. - Geschichte des FDGB. Chronik 1945-86, Berlin, 1987. - Die Westpolitik der DDR. Beziehungen zu ausgewählten westlichen Industriestaaten in den 70er und 80er Jahren, 1989. - I. Schleicher/H.-G. Schleicher, Die DDR im südlichen Afrika. Solidarität und Kalter Krieg, Hamburg, 1997. - U. Engel/I. Schleicher, Die beiden deutschen Staaten in Afrika, 1998. - H.-J. Döring, "Es geht um unsere Existenz". Die Politik der DDR gegenüber der Dritten Welt am Beispiel von Mosambik und Äthiopien, Berlin, 1999. - Ders., Zur Politik der DDR gegenüber der Dritten Welt am Beispiel von Äthiopien und Mosambik unter besonderer Berücksichtigung der Außenwirtschaftsbeziehungen (Materialien der Enquete-Kommission „Überwindung der Folgen der SED-Diktatur im Prozess der deutschen Einheit“, hg. vom Deutschen Bundestag, Bd. 8, 1999). - N. v. Huong, Die Politik der DDR gegenüber Vietnam und den Vertragsarbeitern aus Vietnam sowie die Situation der Vietnamesen in Deutschland heute (Materialien der Enquete-Kommission „Überwindung der Folgen der SED-Diktatur im Prozess der deutschen Einheit“, hg. vom Deutschen Bundestag, Bd. 8, 1999). - H. Lindemann, Die Politik der DDR gegenüber der Dritten Welt am Beispiel von Kuba, Nicaragua und Angola sowie die Konsequenzen für das Verhältnis der Bundesrepublik zu diesen Ländern (Materialien der Enquete-Kommission „Überwindung der Folgen der SED-Diktatur im Prozess der deutschen Einheit“, hg. vom Deutschen Bundestag, Bd. 8, 1999). - I. Muth, Die DDR-Außenpolitik 1949-72. Inhalte, Strukturen, Mechanismen, Berlin, 2000. - J. Scholtysek, Die Außenpolitik der DDR, 2003.