FDGB-Lexikon, Berlin 2009


Abt. Agitation und Propaganda des BuV (1960-90). Der 5. FDGB-Kongress 1959 forderte vom BuV Maßnahmen, um beginnend von den Gewerkschaftlichen Abendschulen in den Betrieben bis zur Gewerkschaftshochschule eine höhere Qualität im Schulungswesen zu erreichen. Zu diesem Zweck wurde 1960 die Abt. Propaganda-Agitation-Presse wiederhergestellt, die bereits kurzzeitig 1955/56 bestanden hatte. Die Abt. leitete die zentralen Schulen des BuV und sicherte die inhaltliche Orientierung für die Bezirksgewerkschaftsschulen, sie erarbeitete schriftliche Prop.-Materialien und organisierte die Massenschulung der betrieblichen Gewerkschaftsfunktionäre und der Mitglieder. Sie gab Argumentationshinweise und Informationen für Presse und Rundfunk heraus, organisierte Pressekonferenzen und koordinierte die Pressearbeit der Abt. des BuV. Sie diente damit als Pressestelle des Sekr. und Präs. des BuV. Ihr oblag weiterhin die Herausgabe von Plakaten, Flugblättern, Traktaten und Agit.-Broschüren. Sie vermittelte method. Hilfe und Agitationsmaterialien für die Gestaltung von Wandzeitungen in den Betrieben. In der Abt. bestanden ein Sektor Internatsschulen der Gewerkschaften, ein Sektor Massenschulung und ein Sektor Agitation-Presse-Rundfunk-Fernsehen.
Im März 1962 fasste das Präs. des BuV einen Beschluss zur gewerkschaftlichen Bildungsarbeit, in dessen Ergebnis die Abt. als Abt. A.u.P. bezeichnet wurde. Zu den bisherigen Sektoren (wobei der Sektor Internatsschulen die Bezeichnung Sektor Kaderschulung erhielt) kam ein weiterer Sektor Westargumentation (s.a. Westabteilung; Westarbeit). 1963 wurde die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des BuV aus der Abt. A.u.P. ausgegliedert und wieder einer Pressestelle beim Büro des Präs. übertragen. In Zusammenarbeit mit der DAW wandte sich der FDGB seit den 60er Jahren der Förderung der Betriebsgeschichte zu. Der Verlag Tribüne erhielt den Auftrag, betriebsgeschichtliche Veröffentlichungen in sein Verlagsprogramm aufzunehmen. Nach Arbeitstagungen zur Geschichte der Fabriken und Werke wurde in der Abt. A.u.P. ein Sektor Betriebsgeschichte eingerichtet. In den 70er Jahren ging diese Aufgabe dann an die Kommissionen zur Geschichte der örtlichen Arbeiterbewegung bei den KL der SED und an die Fachkommission Betriebsgeschichte der Historikergesellschaft der DDR über. Damit reduzierte sich seit den 70er Jahren die Arbeitsverteilung auf die drei Sektoren Agitation, Propaganda und Schulen.
Nach dem ao. FDGB-Kongress vom Jan./Febr. 1990 wurden die Abt. A.u.P., Abt. Kultur und Pressestelle zu einem Geschäftsbereich Bildung-Kultur-Öffentlichkeitsarbeit zusammengefasst, der vom Mitglied des Geschäftsführenden Vorstandes Martin Vogler geleitet wurde.
K.K.