Chronologie der deutschen Gewerkschaftsbewegung von den
Anfängen bis 1918 / Von Dieter Schuster. Mit einem Vorw. von Rüdiger
Zimmermann und Registern von Hubert Woltering. - Bonn : Bibliothek der
Friedrich-Ebert-Stiftung, 1999
Der 7. Kongreß des Gesamtverbandes der christlichen Gewerkschaften in Köln behandelt als Schwerpunkt die gesetzliche Sozialreform in Deutschland. Der Kongreß fordert einen umfassenden Ausbau des Arbeitsschutzes - vor allem der Kontrollen - in der chemischen Industrie. Die Delegierten erwarten, daß die Novelle zur Regelung der Heimarbeit im Reichstag wieder eingebracht wird.
Stichtag:
18./21. Juli 1909
Die Gewerbeordnung soll auf die Beschäftigten der Straßen- und Kleinbahnen ausgedehnt werden.
Der Kongreß nimmt "Leitsätze zur Reichsversicherungsordnung" an, in denen der Vereinheitlichungsgedanke und die Erweiterung des Kreises der Versicherten begrüßt wird.
Die Halbierung der Beiträge und das Verwaltungsrecht, in dem Krankenkassen nur dann aufrecht erhalten bleiben dürfen, wenn sich die Mitglieder in geheimer Abstimmung dafür aussprechen, wird ebenso abgelehnt, wie Betriebs- und Innungskrankenkassen.
Die Invaliden- und Hinterbliebenenversicherung ist auf die Hausarbeiter auszudehnen. Die Herabsetzung der Altersgrenze auf 65 ist erwünscht.