Chronologie der deutschen Gewerkschaftsbewegung von den
Anfängen bis 1918 / Von Dieter Schuster. Mit einem Vorw. von Rüdiger
Zimmermann und Registern von Hubert Woltering. - Bonn : Bibliothek der
Friedrich-Ebert-Stiftung, 1999
Der Verbandstag des Verbandes der Tapezierer in Berlin "erblickt in der Maifeier durch Arbeitsruhe den würdigsten Ausdruck für die Forderungen der Arbeiter auf Gewährung des gesetzlichen Achtstundentages und eines wirklichen Arbeiterschutzes. Er erwartet von den Kollegen, daß sie in ihrem Wirkungskreis die Ideen der Maifeier propagieren und überall da, wo die Möglichkeit vorhanden ist, sich den von den örtlichen dazu berufenen Körperschaften beschlossenen Veranstaltungen anschließen. In den sogenannten gemischten Betrieben haben sich unsere Kollegen nach erfolgter Verständigung mit den anderen in Betracht kommenden Organisationen, wenn von unseren Kollegen drei Viertel organisiert sind und von den Gesamtbeschäftigten zwei Drittel für die Arbeitsruhe gestimmt haben, der Bewegung anzuschließen. In Reinbetrieben haben die Kollegen zu feiern, wenn drei Viertel organisiert sind und sich zwei Drittel der Beschäftigten dafür erklären. Die Kollegen werden bei Aussperrung vom 4.Tage an bis zur Dauer von sechs Wochen nach den Sätzen der Streikunterstützung unterstützt."
Stichtag:
18./22. Juli 1909
"Der Verbandstag verpflichtet die Verbandsmitglieder, sich mehr als bisher der Lehrlinge anzunehmen. Besonders ist dahin zu wirken, daß die Lehrlinge sich an den Veranstaltungen der örtlichen Ausschüsse zur Bildung der Jugend beteiligen."