Chronologie der deutschen Gewerkschaftsbewegung von den
Anfängen bis 1918 / Von Dieter Schuster. Mit einem Vorw. von Rüdiger
Zimmermann und Registern von Hubert Woltering. - Bonn : Bibliothek der
Friedrich-Ebert-Stiftung, 1999
In den ersten Monaten des Jahres setzt eine Erholung des Wirtschaftslebens ein. Der "Verband christlicher Schuh- und Lederarbeiter Deutschlands" nennt sich in "Zentralverband christlicher Lederarbeiter Deutschlands" um. 5,8% der Mitglieder des Metallarbeiterverbandes erhalten in diesem Jahr Reiseunterstützung. 6,9% der gegen Invalidität versicherten Arbeiter erhalten eine kostenlose Heilbehandlung. Mit dieser Funktion weiten die Versicherungen ihr Aufgabengebiet sozialer Fürsorge durch die Reintegration invalider Erwerbstätiger in den Arbeitsprozeß zu einem Bereich der Sozialpolitik aus. Mit einer Novelle zum preußischen Berggesetz wird die Verantwortlichkeit für die Sicherheit der Bergwerke schärfer gefaßt, die geheime Wahl für die Arbeiterausschüsse eingeführt und diesen Ausschüssen die Wahl von Sicherheitsmännern zugestanden. Die Sicherheitsmänner dürfen nur ihre Steigerabteilung und in Begleitung eines Aufsichtsbeamten kontrollieren. Die "Gesellschaft für soziale Reform" wendet sich zunehmend der Privatbeamten- und Angestellten-Frage zu - vor allem durch lange Diskussionen über ein Angestelltenversicherungsgesetz -, der neuen sozialen Frage des späten Kaiserreiches.
Stichtag:
1909
Anspruch auf Reiseunterstützung besteht nur dann, wenn das Mitglied "eine als Tagesleistung zu betrachtende Strecke von circa 5 Wegstunden (25 Kilometer)" marschiert ist.
Zur gleichen Zeit errichten die Grubenbesitzer Unternehmer-Arbeitsnachweise für die Bergarbeiter.
Auf der Generalversammlung 1909 stehen die Pensionsversicherung und Dienstverträge der Privatbeamten im Mittelpunkt.