Chronologie der deutschen Gewerkschaftsbewegung von den
Anfängen bis 1918 / Von Dieter Schuster. Mit einem Vorw. von Rüdiger
Zimmermann und Registern von Hubert Woltering. - Bonn : Bibliothek der
Friedrich-Ebert-Stiftung, 1999
Das "Correspondenzblatt" weist in mehrern Artikeln auf die "Reformbedürftigkeit des Koalitionsrechtes" hin.
Stichtag:
28. November / 19. Dezember 1903
In Deutschland gebe es kein zweites Rechtsgebiet, "wo der Boden des Rechtes ein so schwankender, die Grenzen so verschwommen und die Rechtsgarantien so wechselhafte, die Tendenz der Unterdrückung dagegen so feststehend, die Willkür der Auslegung so unbegrenzt und die Anwendung so einseitig" sei. Angesichts der feindseligen Haltung der Unternehmer, der Rechtsprechung und der Behörden sei das ganze Dasein der Arbeiterkoalitionen das eines "gehetzten Wildes".
Jedes weitere Hinausschieben der notwendigen Reformen müsse die "Verbitterung vermehren und der Sozialdemokratie eine ungezählte Masse von Arbeitern zuführen". Diese "Not" werde der Regierung die "nötigen Zugeständnisse abdrängen und zugleich den bürgerlichen Parteien die Vermittlung aufzwingen, Schrittmacher der Koalitionsfreiheit zu sein".