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TITEL/INHALT

Chronologie der deutschen Gewerkschaftsbewegung von den Anfängen bis 1918 / Von Dieter Schuster. Mit einem Vorw. von Rüdiger Zimmermann und Registern von Hubert Woltering. - Bonn : Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung, 1999

Stichtag:
20./21. März 1899

In Berlin findet ein Bauarbeiterschutzkongreß statt. Zum ersten Male kommen Vertreter der einzelnen Berufe des Baugewerbes zusammen. 314 Delegierte vertreten 16 Berufssparten. Der Kongreß fordert u.a. die staatliche Prüfung aller Bauprojekte, das Submissionswesen möglichst bald zu beseitigen, zumindest die Bauunternehmer zu verpflichten, die ortsüblichen Lohn- und Arbeitsbedingungen anzuerkennen, Lehrlinge dürfen nicht länger als vorgeschrieben bei einem Lehrherrn arbeiten.
Zur notwendigen Verbesserung der Unfallverhütung und der sanitären Mißstände im Baugewerbe verabschiedet der Kongreß einen umfangreichen Forderungskatalog.
Schließlich fordert der Kongreß die Bauarbeiter aller Berufe "ganz Deutschlands auf, die Selbsthülfe kräftigst zu gebrauchen: In allen Orten, wo nennenswerthe Bauten ausgeführt werden, müssen Kommissionen, bestehend aus Vertretern möglichst aller Bauberufe, unverzüglich gebildet werden, mit dem ausgesprochenen Zwecke, die Schäden und Mißstände auf den Bauten aufzudecken und wahrheitsgemäß in ihrer ganzen Gräßlichkeit zu schildern".
Mit dem Beschluß: "Die Kommission für Bauarbeiterschutz in Hamburg wird als Zentralkommission anerkannt und bleibt bestehen", schafft der Kongreß eine ständige Organisation für die gemeinsamen Anliegen.
Alle Bauarbeiter werden aufgefordert, die Zentralkommission tatkräftig zu unterstützen.



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net edition fes-library | 1999