Chronologie der deutschen Gewerkschaftsbewegung von den
Anfängen bis 1918 / Von Dieter Schuster. Mit einem Vorw. von Rüdiger
Zimmermann und Registern von Hubert Woltering. - Bonn : Bibliothek der
Friedrich-Ebert-Stiftung, 1999
Nach Beginn der Revolution kehren viele Handwerker nach Deutschland zurück. Seit Ende März bilden Arbeiter in zahlreichen Städten Deutschlands u.a. in Berlin, Breslau, Chemnitz, Dresden, Frankfurt (Main), Hamburg, Hamm, Hanau, Hannover, Köln, Königsberg, Leipzig, Mainz, Offenbach, Wiesbaden, politische Arbeitervereine, die in einigen Fällen als Organisationen des "Bundes der Kommunisten" aktiv sind.
Stichtag:
März / April 1848
Auch der "Centralverein für das Wohl der arbeitenden Klassen" nimmt seine Tätigkeit wieder auf. Er knüpft an sein Gründungsprogramm an, präzisiert allerdings einige seiner Ziele. Von besonderer Bedeutung ist seine Absicht, für eine neue gesetzliche Ordnung mit dem Ziel "einer gerechten Leitung der Industrie im weitesten Sinn des Worts" Vorschläge auszuarbeiten und dabei die "Einsicht der gesamten Beteiligten" wie auch die "gerechten Forderungen vieler Tausender unserer arbeitenden Brüder" zu berücksichtigen. Der Vorstand betont ausdrücklich, daß er seine Wirksamkeit auf das soziale Feld beschränken und jede politische Stellungnahme ausklammern wolle. Der Versuch des Vereins mit den Arbeitervereinen in engen Kontakt zu kommen bleibt fast wirkungslos. Er fördert aber seine Lokalvereine bei Auf- und Ausbau von Hilfs- und Sparkassen, so z.B. bei der Gründung einer gemeinnützigen Berliner Baugesellschaft, die "gesunde, geräumige und bequeme Wohnungen" für die einfachere Bevölkerung schaffen wolle.
Hermann Schulze-Delitzsch, Victor Aimé Huber, Friedrich Harkort, Karl Rodbertus und Adolph Diesterweg beteiligen sich aktiv an der Vereinsarbeit. Weitere Mitglieder sind Mitglieder der Nationalversammlung, die am Entwurf einer Gewerbeordnung mitarbeiten.