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[Essentials]

  • China hat die Schockwellen der Asienkrise besser überstanden als seine Nachbarn. Ursachen sind außenwirtschaftliche Rekordergebnisse 1997 sowie die Nichtkonvertibilität der chinesischen Währung. Gleichwohl wird auch China die Auswirkungen der Krise in der Form rückläufiger Exporte und Direktinvestitionen zu spüren bekommen.
  • Bei den Direktinvestitionen wird es eine Gewichtsverlagerung von asiatischen zu amerikanischen und europäischen Investoren sowie von der Lohnveredelungsindustrie zu Großprojekten der Automobil-, chemischen und Investitionsgüterindustrie geben.
  • Die Wachstumsimpulse des Binnenmarktes werden schwächer. Der Abbau der sozialen Dienstleistungen der Staatsunternehmen zwingt vor allem die städtischen Arbeitnehmer und Konsumenten zum Sparen. Die vorgesehene Freigabe des Wohnungsmarktes wird dasselbe Ergebnis haben.
  • Um eine Wachstumsrate von 8% aufrechtzuerhalten, setzt die chinesische Regierung vor allem auf ein massives Infrastrukturprogramm.
  • Wichtigstes Reformprojekt ist die Umstrukturierung und Sanierung der Staatsunternehmen. Die Sanierung wird zu einem merklichen Anstieg der städtischen Arbeitslosigkeit und zu einer Verschärfung des sozialen Konfliktpotentials in den Städten führen. Quantitativ bedeutender, wenn auch weniger konflikthaltig, sind die Zunahme der ländlichen Arbeitslosigkeit und der Wachstumsrückgang bei den ländlichen Kollektivunternehmen.
  • Wichtigstes Motiv für die Sanierung der Staatsunternehmen ist die Stärkung der fiskalischen Kapazität der Zentralregierung. Zur Zeit liegen die Einnahmen der Zentralregierung bei nur 6% des BSP. Zudem drohen die Verluste der Staatsunternehmen die staatlichen Banken in den Zusammenbruch zu treiben. Unter technischen Gesichtspunkten sind die staatlichen Banken bereits bankrott.
  • Trotz der Erfolge bei der Armutsbekämpfung verschlechtert sich die Einkommensverteilung. Wichtigste Ursache ist die Kluft zwischen städtischen und ländlichen Einkommen.

© Friedrich Ebert Stiftung | technical support | net edition fes-library | Juli 1999

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