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Vorbemerkung

Zum Abbau der Arbeitslosigkeit und zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft richten sich viele Hoffnungen auf die Gründung neuer, risikobereiter unternehmerischer Existenzen und Unternehmen. Die Selbständigenquote in Deutschland liegt unter dem Durchschnitt der Industrieländer. Vor allem ist das breite, hochqualifizierte Potential bei Hochschulabsolventen bei weitem nicht ausgeschöpft. Viele von ihnen könnten erfolgreich ein Unternehmen aufbauen und führen. Andererseits sind viele Hochschulabsolventen arbeitslos gemeldet, auch Wirtschaftswissenschaftler, Naturwissenschaftler und Techniker mit guten Voraussetzungen für eine aussichtsreiche Existenzgründung.

Die mangelnde Existenzgründungsbereitschaft hat viele Ursachen. Lange Zeit war Unternehmertum in Deutschland nicht "in", es fehlte ein gesellschaftliches Klima, das unternehmerisches Handeln honoriert und unterstützt. Unternehmer, die risikobereit und innovativ, aber nicht auf Anhieb erfolgreich waren und Konkurs anmelden mußten, erhalten, anders als beispielsweise in den USA, nur selten eine zweite Chance. Auch die Finanzierungsbedingungen für Existenzgründer und Mittelständler werden immer noch als unzureichend angesehen. Versäumnisse liegen aber auch im Hochschul- und Ausbildungssystem selbst: An den meisten naturwissenschaftlichen Fakultäten zählt die Wissensvermittlung über das bei Existenzgründungen notwendige Know-how nicht zum Lehrplan. Notwendig sind daher Maßnahmen zu Initiierung einer neuen Kultur der Selbständigkeit, die an den Schulen und Hochschulen ansetzen müssen.

Vor diesem Hintergrund veranstaltete die Friedrich-Ebert-Stiftung am 14. Mai 1998 in Stuttgart die Tagung Existenzgründung nach dem Hochschulabschluß - Tendenzen und Perspektiven an der Studierende, Unternehmensgründer, Politiker, Wissenschaftler, Vertreter von Wirtschaftsfördergesellschaften und Unternehmensberater teilnahmen. Ziel der Veranstaltung sollte der Austausch von Erfahrungen und Erfolgsrezepten von Unternehmensgründern, die praxisorientierte Problematisierung zentraler Erfolgs- und Risikokomponenten sowie die Information über das bestehende Angebot an Förder- und Beratungsprogrammen sein. Die vorgestellten Beispiele sollten Mut machen und aufzeigen, welche Chancen die Gründung eines eigenen Unternehmens bietet, wenn Kreativität und der Wille zur mutigen Gestaltung in den Unternehmen vorhanden sind. Sie sollten aber auch

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dazu dienen, ein realistisches Bild von der Situation jungen Gründer zu vermitteln, auch der Problemlagen, die in der Aufbauphase entstehen können.

Im ersten Teil der Veranstaltung referierten zunächst der Inhaber des ersten deutschen Lehrstuhls für Entrepreneurship, der Geschäftsführer des Informationszentrums für Existenzgründungen (ifex) beim Landesgewerbeamt Baden-Württemberg, ein Vertreter der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH und eine Vertreterin des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie über die Grundlagen der Existenzgründungsforschung sowie das bestehende Förder- und Beratungsangebot für Unternehmensgründer aus den Hochschulen. In der zweiten Runde standen die Erfahrungsberichte erfolgreicher Gründer im Mittelpunkt. Ergänzend referierte der Leiter des Steinbeis-Transferzentrums Neue Produkte, Fachhochschule Villingen-Schwenningen über Anforderungen, die erfolgreiche Unternehmensgründer zu bewältigen haben. Abschließend diskutierten ein Bundespolitiker, ein Vertreter des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg, der Prorektor der Universität Stuttgart und ein erfolgreicher Unternehmensgründer über Anforderungen an Hochschulen, Politik und Wirtschaft, um Gründern künftig den Weg in die Selbständigkeit zu erleichtern.

Die vorliegende Broschüre faßt die Referate und Diskussionsbeiträge der Tagung thematisch gegliedert zusammen. Für Konzeption und Durchführung der Veranstaltung zeichnete Diplom-Ökonomin Hannelore Hausmann vom Forschungsinstitut der Friedrich-Ebert-Stiftung verantwortlich, mit der Organisation waren Jutta Malonek und Ilona Reuter betraut. Den Tagungsbericht erstellten Dr. Stefan Kofner, Dozent an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Sozialwesen, aus Zittau/Görlitz, die Politologin Hiltrud Menges aus Meckenheim und der Politologe Thomas Schmidt aus Meckenheim, der auch für die Schlußredaktion verantwortlich war.

Bonn, Februar 1999


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