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TITEL/INHALT

Chronologie der deutschen Gewerkschaftsbewegung von den Anfängen bis 1918 / Von Dieter Schuster. Mit einem Vorw. von Rüdiger Zimmermann und Registern von Hubert Woltering. - Bonn : Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung, 1999

Stichtag:
August 1906

Th. Leipart schreibt in den "Sozialistischen Monatsheften": "Bei einem jeden ernsthaften Streik ist es nicht etwa nur der erhoffte materielle Gewinn, welcher die Köpfe und Herzen der Streikenden erfüllt und sie in Einigkeit und Entschlossenheit zusammenhält, sondern es ist daneben ein hohes Maß von Idealismus, die Überzeugung von der absoluten Notwendigkeit und Berechtigung der aufgestellten Forderungen als Klassenforderungen der Arbeiter, die Erkenntnis des Klassengegensatzes, kurz, das Klassenbewußtsein. Nach meiner Meinung ergibt der einfache Sinn des Wortes, was Klassenkampf ist: nämlich der Kampf einer bestimmten, sich ihrer Lage bewußten Klasse in der heutigen Klassengesellschaft, gerichtet auf eine Hebung ihrer Lage und die Beseitigung jeder Herrschaft und Bevormundung durch eine andere Klasse. In diesem Sinne verdient vielleicht die Gewerkschaftsbewegung noch mehr als die sozialdemokratische Parteibewegung die Bezeichnung Klassenkampf, weil sie mehr als letztere nur die Angehörigen einer Klasse, der Arbeiterklasse, in den Kampf führt. Die Tarifverträge heben den Klassenkampfcharakter der Gewerkschaftsbewegung keineswegs auf, denn sie sind keine Freundschaftsbündnisse mit dem Unternehmertum, sonder nur Waffenstillstandsverträge, wie sie die Arbeitgeberzeitung selbst richtig genannt hat."

Beim Kongreß des Xylographen-Verbandes in Frankfurt a. Main wird ein Anschluß an den Senefelderbund noch nicht für ratsam gehalten.


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net edition fes-library | 1999