Chronologie der deutschen Gewerkschaftsbewegung von den
Anfängen bis 1918 / Von Dieter Schuster. Mit einem Vorw. von Rüdiger
Zimmermann und Registern von Hubert Woltering. - Bonn : Bibliothek der
Friedrich-Ebert-Stiftung, 1999
Nach der Entlassung von über 50 Arbeitern, die für den christlich-sozialen Metallarbeiter geworben hatten, protestieren rund 2.000 saarländische Hüttenarbeiter durch einen Streik. Aus Geldmangel sind sie jedoch bereits nach wenigen Tagen gezwungen, die Arbeit bedingungslos wieder aufzunehmen. Die 57 Gemaßregelten werden nicht eingestellt. Der Generaldirektor der Hütte läßt am 11. Juni 1906 durch Toranschlag bekanntgeben, die Mitglieder der Fachabteilungen der katholischen Arbeitervereine und des Christlich-sozialen Metallarbeiterverbandes seien nicht wegen ihrer Verbandszugehörigkeit, sondern "lediglich wegen Agitation im Betriebe" entlassen worden. Die Hütte erkenne jedoch keinerlei Verpflichtung an, "Mitglieder beliebiger Vereine bei sich zu beschäftigen". Sie werde weder "Sozialdemokraten beschäftigten noch Mitglieder von Vereinen, welche den Kontraktbruch lehren". Auch künftig werde sie es ablehnen, "irgend einen Arbeitersekretär als Vertreter ihrer Arbeiter anzuerkennen".
Stichtag:
Juni 1906
Die saarländischen Bergarbeiter unterliegen ähnlichen schwierigen Organisationsbedingungen.