Chronologie der deutschen Gewerkschaftsbewegung von den
Anfängen bis 1918 / Von Dieter Schuster. Mit einem Vorw. von Rüdiger
Zimmermann und Registern von Hubert Woltering. - Bonn : Bibliothek der
Friedrich-Ebert-Stiftung, 1999
In der Berliner Elektroindustrie streiken 750 Schraubendreher und Lagerarbeiter der AEG und von Siemens & Halske für eine Lohnerhöhung und die Regelung der Akkordarbeit. Als Antwort sperren die beiden Firmen rund 35.000 Arbeiter aus. Daraufhin treten die Werkzeugmacher, Elektromonteure u.a. sowie die Arbeiter der Glühlampenwerke, die Heizer und Maschinisten der Berliner Elektrizitätswerke in den Solidaritätsstreik. Insgesamt stehen rund 40.000 Mitglieder der sozialdemokratischen Gewerkschaften, der Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereine und der christlichen Gewerkschaften gemeinsam im Kampf. Die staatlichen Behörden unterstützen die Elektrokonzerne durch Einsatz von Feuerwehrleuten, Eisenbahnern und Militär zu Streikbrecherdiensten. Die Polizei verhaftet Streikposten. Als die Unternehmer mit der weiteren Aussperrung von 20.000 Arbeitern drohen wird der Streik abgebrochen.
Stichtag:
19. September / 15. Oktober 1905
Die Streikenden erreichen geringe Lohnverbesserungen und zum Teil die Anerkennung eines Minimallohnes. Nicht durchsetzen können sie indessen ihre prinzipielle Forderung nach einer kollektiven Regelung der Löhne.