Chronologie der deutschen Gewerkschaftsbewegung von den
Anfängen bis 1918 / Von Dieter Schuster. Mit einem Vorw. von Rüdiger
Zimmermann und Registern von Hubert Woltering. - Bonn : Bibliothek der
Friedrich-Ebert-Stiftung, 1999
Die Generalversammlung der Vereinigung der Maler, Lackierer, Anstreicher, Tüncher und Weißbinder in Berlin beschließt, über die Einführung der Arbeitslosenunterstützung eine Urabstimmung durchzuführen. Die Generalversammlung des Centralverbandes der Zimmerer in Berlin beschließt die Anstellung besoldeter Vertrauensmänner, die u.a. die Agitation innerhalb und außerhalb der Zahlstellen, die Leitung der Lohnbewegungen übernehmen sollen. Streikbrecher begehen das schwerste Vergehen gegen die Verbandsinteressen, sie sollen ausgeschlossen werden, können aber wieder Mitglied werden, wenn sie ihre Fehler eingesehen haben. Von Ehrenämtern sollen sie dann aber möglichst ferngehalten werden. Der Verbandstag des Centralverbandes der Maurer in Berlin stimmt dem Kartellvertrag mit der Organisation der Bauarbeiter und Zimmerer zu. Im Statut wird der Ausschluß aller religiösen und politischen Fragen gestrichen. Der Verband führt eine Krankenzuschußunterstützung ein. In einem Referat über Bildung und Bildungsmittel wird verlangt, daß in den Zweigvereinen Bibliotheken und Archive eingerichtet werden sollen. Die Versammlungen sollen durch Vorträge oder Vorlesungen so ausgestaltet werden, daß Geist und Gemüt der Mitglieder angeregt und weiter gebildet werden.
Stichtag:
31. März / 4. April 1903
Die Delegierten verlangen das Verbot der Verwendung von Bleiweiß.