Chronologie der deutschen Gewerkschaftsbewegung von den
Anfängen bis 1918 / Von Dieter Schuster. Mit einem Vorw. von Rüdiger
Zimmermann und Registern von Hubert Woltering. - Bonn : Bibliothek der
Friedrich-Ebert-Stiftung, 1999
Auf dem Seemanns-Kongreß in Hamburg wird die Lage bzw. die Ausbeutung der Seeleute an Bord und an Land heftig kritisiert. Nach einer Aufstellung eines Kapitäns kommen auf 100 auf dem Festland tödlich verunglückte Arbeiter 375 Seeleute.
Stichtag:
9./11. Januar 1899
Die Behörden werden aufgefordert, die Lage der Seeleute zu verbessern.
Die Reichsregierung wird ersucht, eine neue Seemannsordnung vorzulegen, da die Ordnung von 1871 längst durch die Entwicklung der modernen Seefahrt überholt ist. Vor allem müssen über die Bemannung der Schiffe, Verpflegung, die Behandlung und die Sicherheit der Seeleute strenge gesetzliche Vorschriften erlassen werden. Die neue Seemannsordnung muß auch ausdrücklich die Sicherstellung des Koalitionsrechts und die Einführung von See-Schöffengerichten enthalten.
Der Kongreß verlangt die Beseitigung der gewerbsmäßigen Stellenvermittler (Heuerbaase) und fordert die Errichtung von gesetzlichen paritätischen Heuerbüros. Der internationale Transportarbeiterverband soll durch die Seeleute unterstützt werden.