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TITEL/INHALT

Chronologie der deutschen Gewerkschaftsbewegung von den Anfängen bis 1918 / Von Dieter Schuster. Mit einem Vorw. von Rüdiger Zimmermann und Registern von Hubert Woltering. - Bonn : Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung, 1999

Stichtag:
Ende 1898

Nach fast siebenjähriger Organisationsarbeit in Ost- und Westpreußen verfügen die freien Gewerkschaften nur in Königsberg über ein Versammlungslokal, das 200 der 1.000 ortsansässigen Gewerkschaftsmitglieder faßt.
Alle weiteren Bemühungen scheitern am massiven Widerstand der örtlichen Arbeitgeber, den Polizei- und Justizbehörden. Die Gastwirte befürchten polizeiliche Eingriffe und den Boykott des bürgerlichen Publikums sowie anderer Vereine und Organisationen.

Die Generalkommission registriert für 1898 985 Streiks mit rund 60.160 Beteiligten. Von den 985 Streiks waren 477 Angriffsstreiks, von denen 182 erfolgreich, 117 teilweise erfolgreich, 49 erfolglos waren und bei 9 sind die Ergebnisse unbekannt.
Bei den 505 Abwehrstreiks waren 230 erfolgreich, 46 teilweise erfolgreich und 120 erfolglos. Von 7 Streiks ist das Ergebnis unbekannt. [Zahlen lt. Statistik im "Correspondenzblatt", 4. Sept. 1899]
Wegen Vergehens bei Streiks werden 1898 298 Personen bestraft, davon u.a. auf Grund des § 153 der Gewerbeordnung 105, wegen "Drohung" 55 Personen.

Der Generalkommission sind 57 zentrale Verbände mit 494.000 Mitgliedern, davon 13.480 weiblichen, angeschlossen.
Die Metallarbeiter haben rund 75.400, die Maurer 60.180, die Holzarbeiter 48.900, die Textilarbeiter 29.000 und die Bergarbeiter 27.300 Mitglieder.
Die Formenstrecker haben 240, die Büroangestellten 280, die Gärtner und die Handlungsgehilfen je 300 und die Konditoren 440 Mitglieder.
Von den Einnahmen gaben die Gewerkschaften rund 20% für Streikunterstützungen, je 9% für die Krankenunterstützung und für ihre Zeitungen aus.

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net edition fes-library | 1999