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TITEL/INHALT

Chronologie der deutschen Gewerkschaftsbewegung von den Anfängen bis 1918 / Von Dieter Schuster. Mit einem Vorw. von Rüdiger Zimmermann und Registern von Hubert Woltering. - Bonn : Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung, 1999

Stichtag:
6. September 1898

Wilhelm II. kündigt in Bad Oeynhausen die "Zuchthausvorlage" an, wonach die Organisierung und Durchführung von Streiks mit schweren Zuchthausstrafen geahndet werden soll: "Der Schutz der deutschen Arbeit, der Schutz desjenigen, der arbeiten will, ist von mir im vorigen Jahre in der Stadt Bielefeld feierlich versprochen worden. Das Gesetz naht sich seiner Vollendung und wird den Volksvertretern in diesem Jahre zugehen, wo ein jeder, er möge sein, wer er will, und heißen, wie er will, - der einen deutschen Arbeiter, der willig ist, seine Arbeit zu vollführen, daran zu hindern versucht oder gar zu einem Streik anreizt, mit Zuchthaus bestraft werden soll. Die Strafe habe ich damals versprochen, und ich hoffe, daß das Volk in seinen Vertretern zu mir stehen wird, um unsere nationale Arbeit in dieser Weise, soweit es möglich ist, zu schützen. Recht und Gesetz müssen und sollen geschützt werden, und soweit werde ich dafür sorgen, daß sie aufrechterhalten werden."
Nach der Rede Wilhelms II. finden in ganz Deutschland große Protestversammlungen gegen die angekündigte "Zuchthausvorlage" statt, u.a. in Berlin, Düsseldorf, Erfurt, Essen, Frankfurt (Main), Hamburg und Stuttgart.



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net edition fes-library | 1999