Chronologie der deutschen Gewerkschaftsbewegung von den
Anfängen bis 1918 / Von Dieter Schuster. Mit einem Vorw. von Rüdiger
Zimmermann und Registern von Hubert Woltering. - Bonn : Bibliothek der
Friedrich-Ebert-Stiftung, 1999
Der Kongreß der Schuhmacher in Mainz beklagt die hohe Fluktuation der Mitglieder. In den letzten beiden Jahren sind 15.000 Mitglieder ein- und 11.000 ausgetreten.
Stichtag:
11./12. April 1898
Der Kongreß fordert erneut die unentgeltliche Lieferung der Fournituren durch die Unternehmer.
"Der Arbeiter hat als Verkäufer seiner Arbeitskraft und damit seiner Person das natürliche Recht, den Arbeitsmarkt zu beeinflussen. Der Kongreß erblickt in der einseitigen Errichtung von Arbeitsnachweisen durch die Arbeitgeber nur Institutionen zur Ausführung der Unternehmerbeschlüsse, der schwarzen Listen und zur wirthschaftlichen und politischen Knebelung der Arbeiter.
Der Kongreß hält es für seine Pflicht, der anarchischen Konkurrenz in der Schuhindustrie dadurch entgegenzutreten, indem er verlangt, daß in ganz Deutschland für gleiche Arbeit der gleiche Lohn gezahlt wird mit einem Lokalzuschlag für Städte, wo die Lebensverhältnisse besonders theuer sind."