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TITEL/INHALT

Chronologie der deutschen Gewerkschaftsbewegung von den Anfängen bis 1918 / Von Dieter Schuster. Mit einem Vorw. von Rüdiger Zimmermann und Registern von Hubert Woltering. - Bonn : Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung, 1999

Stichtag:
26./29. Oktober 1897

Der Kongreß der Gastwirtsgehilfen in Berlin sieht in der nebenberuflichen Tätigkeit von Arbeitern als Kellner eine Schädigung der Interessen der Gastwirtsgehilfen, da diese Arbeiter ungünstig auf die Lohn- und Arbeitsbedingungen einwirken.
Alle Gewerkschaften werden dringend aufgefordert, ihre Mitglieder zu bewegen, diese Nebenbeschäftigung zu unterlassen. Die Delegierten beschließen die Aufgabe der bisherigen lokalen Organisationsformen und die Gründung des "Verbandes Deutscher Gastwirthsgehülfen" mit Sitz in Berlin, wo auch das Fachorgan "Der Gastwirthsgehülfe" erscheint.
Weibliche Angestellte und Hilfsarbeiter können Mitglied werden.
Der Kongreß erklärt, daß die Entlohnung durch Trinkgeld und durch prozentuale Gewinnbeteiligung als die gemeinsten, die Beteiligten demoralisierenden Bezahlungsformen prinzipiell zu verwerfen und entschieden zu bekämpfen sind. Als einzig richtige Bezahlungsform erkennt der Kongreß nur die feste Bezahlung durch Zeitlohn an. Tarif-Gemeinschaften sind nicht prinzipiell zu verwerfen, vorausgesetzt, beide Parteien verfügen annähernd über die gleiche Macht.
Die Reichsregierung wird von den Delegierten an ihr 1891 gegebenes Versprechen erinnert, die Arbeitszeiten im Gaststättengewerbe gesetzlich zu regeln.



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net edition fes-library | 1999