FES HOME MAIL SEARCH HELP NEW
[DIGITALE BIBLIOTHEK DER FES]
TITELINFO / UEBERSICHT



TEILDOKUMENT:













Vorbemerkung

Lange galten sie als die Zuwanderergruppe, die ohne Probleme in die deutsche Gesellschaft „integrierbar" sei: deutsche Aussiedler aus Mittel- und Osteuropa. Hochmotiviert, integrationswillig, beruflich qualifiziert und vor allem in der deutschen Bevölkerung angesichts ihres Verfolgungsschicksals in den ehemaligen sozialistischen und kommunistischen Staaten des Ostens akzeptiert und willkommen geheißen standen ihnen viele Tore und Wege in unserer Gesellschaft offen.

Die Zeiten haben sich geändert: Ihre Zuwanderung ist heute de facto quotiert. Vor der Einreisebewilligung liegen Sprachtests. Nach der Einreise werden sie bestimmten Wohnorten zugewiesen. Die Eingliederungshilfen wurden gekürzt. Selbst die Integration von jugendlichen Aussiedlern in Schule und Beruf wird immer schwieriger. Viele ihrer Probleme sind heute mit denjenigen anderer Zuwanderergruppen, die nicht die deutsche Staatsangehörigkeit haben, vergleichbar. In Städten und Gemeinden mit einem hohen Anteil von Aussiedlern mehren sich die Konflikte und Auseinandersetzungen. Deutsche und eingewanderte Ausländer behandeln sie zunehmend als Fremde. Dies führt zu Ausgrenzungen und auf seiten der Aussiedler vielfach zu einem Rückzug in die Familie und die eigene Gruppe.

Auf der Konferenz des Gesprächskreises Arbeit und Soziales am 26. März 1998 in Bonn zum Thema „Deutsch sein und doch fremd sein. Lebenssituation und -perspektiven jugendlicher Aussiedler" haben Politiker, Wissenschaftler und Praktiker die vielfältigen Problemlagen, mit denen jugendliche Aussiedler in unserer Gesellschaft konfrontiert werden, diskutiert. Die hier abgedruckten Referate geben einen plastischen Eindruck von der Komplexität des Integrationsprozesses. Es werden aber auch eine Reihe von Vorschlägen zur Verbesserung der Integrationsangebote unterbreitet. Wir hoffen, daß sie die öffentliche Diskussion über eine Neugestaltung unserer Aussiedlerpolitik anregen werden.

Bonn, Oktober 1998
Ursula Mehrländer


© Friedrich Ebert Stiftung | technical support | net edition fes-library | November 1998

TOC Next Page