DIGITALE BIBLIOTHEK DER FRIEDRICH-EBERT-STIFTUNG

DEKORATION DIGITALE BIBLIOTHEK DER FRIEDRICH-EBERT-STIFTUNG DEKORATION


TITEL/INHALT

Chronologie der deutschen Gewerkschaftsbewegung von den Anfängen bis 1918 / Von Dieter Schuster. Mit einem Vorw. von Rüdiger Zimmermann und Registern von Hubert Woltering. - Bonn : Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung, 1999

Stichtag:
28. Oktober 1907

Der Zentralverband deutscher Industrieller legt auf einer Tagung in Anwesenheit zahlreicher Regierungsvertreter seine Forderungen vor, dazu gehören u.a.: Bekämpfung der Sozialdemokratie, als der gefährlichsten Feindin der wahren Interessen des Arbeiterstandes; Reorganisation der Krankenkassen im Sinne eines veränderten Stimmenverhältnisses; Änderung der Arbeiterversicherungsgesetze im Sinne der Zusammenlegung, ohne Einschränkung des Bestandes und der Selbstverwaltung der Berufsgenossenschaften; Zustimmung zur Pensionsversicherung der Privatangestellten unter der Voraussetzung, daß die Konkurrenzklausel für technische und kaufmännische Beamte auch ferner aufrechterhalten wird; Erhaltung der Hausindustrie; Einspruch gegen die weitgesteckten sozialpolitischen Ziele, insbesondere gegen Belastung der Industrie durch Beschränkungen und Einengung der Betriebe, Entziehung von Arbeitskräften, Verkürzung der Arbeitszeit, achtstündige Schichten, Beschränkung der Höchstarbeitszeit der Arbeiterinnen; Zurückweisung jeder Beschränkung der Sonntagsarbeit, die zur Erhaltung der Betriebe und Fortsetzung der Arbeit erforderlich ist; weitere Bekämpfung aller Tarifverträge unter Hinweis auf seinen bereits im Jahre 1905 geführten Beschluß; Abwehr aller Bestrebungen, die autoritative Stellung des Unternehmers in seinem Betriebe anzutasten; keine weitere Ausdehnung des Koalitionsrechts, dafür aber gesetzliche Maßnahmen, um die Freiheit der Arbeit wirkungsvoller als bisher zu schützen und die der Schreckensherrschaft der Sozialdemokratie und ihrer Gewerkschaften noch nicht verfallenen Arbeiter von dieser zu befreien.
"Der Zentralverband ist bereit, eine reichsrechtliche Zwangsversicherung der Privatangestellten zu fördern, sofern sich diese Versicherung in ihrer Höhe in angemessenen Grenzen hält, nur die geringer besoldeten Angestellten umfaßt und sofern den einzelnen industriellen Betrieben der Fortbestand und die Steuerrichtung von Pensions- und Witwenversorgunskassen als Ersatzinstitutionen der reichsgesetzlichen Zwangsversicherung gestattet bleibt."



Vorhergehender StichtagInhaltsverzeichnisFolgender Stichtag


net edition fes-library | 1999