Chronologie der deutschen Gewerkschaftsbewegung von den
Anfängen bis 1918 / Von Dieter Schuster. Mit einem Vorw. von Rüdiger
Zimmermann und Registern von Hubert Woltering. - Bonn : Bibliothek der
Friedrich-Ebert-Stiftung, 1999
Auf dem Genossenschaftstag in Düsseldorf kommt es zu Auseinandersetzungen mit den Gewerkschaften. Der Genossenschaftstag erklärt: Genossenschaftliche Lohn- und Arbeitstarife können nicht auf solchen Prinzipien aufgebaut werden, deren Durchführung bei den konkurrierenden Privatbetrieben in weiter Ferne liegt.
Stichtag:
17./20. Juni 1907
Im eigenen Interesse müssen die Genossenschaften das Streben ihrer Arbeiter und Angestellten zwecks Erreichung solcher sozialwirtschaftlichen Ziele nach Kräften unterstützen und bemüht sein, aus eigener freier Entschließung die aufgestellten prinzipiellen Forderungen in den genossenschaftlichen Betrieben mehr und mehr zu verwirklichen.
Der Genossenschaftstag muß es jedoch ablehnen, schon heute solche Forderungen zu realisieren, welche weit über das hinausgehen, was die Gewerkschaften bei den privaten Unternehmern verlangen und durchzusetzen vermögen, und durch welche unter den gegebenen Verhältnissen eine große Anzahl genossenschaftlicher Betriebe konkurrenzunfähig gemacht und damit ihnen, sowie zugleich auch den von ihnen beschäftigten Personen, die Existenzmöglichkeit geraubt würde.
Der Genossenschaftstag ändert den Bäckertarifvertrag so, daß der Bäckerverband ihn ablehnt.
Dem "Centralverband deutscher Konsumvereine" sind 900 Konsumvereine, 28 Arbeitsgenossenschaften und eine Großeinkaufsgesellschaft mit rund 780.000 Mitgliedern angeschlossen. Die Vereine beschäftigen 9.800 Personen.