Einstellungen der Bevölkerung zu Mindestlöhnen in Deutschland.

  • Die politische Öffentlichkeit diskutiert kontrovers über den Mindestlohn, während die Sichtweise der Bevölkerung bisher kaum erforscht ist. Die Demoskopie belegt zwar eine mehrheitliche Zustimmung, kann allerdings die zugrunde liegenden Faktoren nicht erklären. Der Beitrag beleuchtet die Wahrnehmungen und Beurteilungen der Bevölkerung zur Einführung eines Mindestlohns. Wie verteilt sich Zustimmung und Ablehnung in der Bevölkerung? Wie hoch sollte der Mindestlohn sein? Warum werden Mindestlöhne abgelehnt? Wie werden die Wirkungen von Mindestlöhnen beurteilt? Die Einstellungen unterscheiden sich entlang sozialstruktureller und soziodemografischer Merkmale. Unsere Ergebnisse geben Hinweise darauf, dass von dem um subjektive Faktoren wie die Zufriedenheit erweiterten, ökonomischen Rationalmodell insgesamt die größte Erklärungskraft ausgeht. Einkommenslage, Erwerbsstatus sowie subjektive Zufriedenheit mit dem eigenen Leben zeigen die stärksten bivariaten Zusammenhänge mit Haltungen zum Mindestlohn. Zudem scheinen Gerechtigkeitsvorstellungen des Individuums bei der Einschätzung von Regelungen, die in die sozialen Verteilungsverhältnisse eingreifen, ein wesentlicher Bezugspunkt der Urteilenden zu sein.
  • While a political discussion on the controversies of a minimum wage is conducted openly in Germany, the opinions of the public at large have so far remained largely unresearched. Public opinion polls indicate a majority approval, but do not explain the factors on which this approval is based. This article analyses the perceptions and evaluations held by the general public on the introduction of a minimum wage. How are approval and rejection distributed? How high should a minimum wage be? Why are minimum wages rejected? How are the effects of minimum wages assessed? Attitudes vary according to socio-structural and socio-demographic features. Results of our findings indicate the strongest explanations are to be found in the subjective area of satisfaction, and the economic rationale approach. Income situation, employment status and the individual level of estimated satisfaction with life, show the strongest bivariate distribution in attitudes towards minimum wages. In addition, it appears that the individual concept of fairness plays a considerable role in the individual′s evaluation of regulations that affect social distribution relationships.

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Metadaten
Author:R. Bieräugel, O. Nüchter, A. Schmid
Parent Title (German):WSI-Mitteilungen (FRG 104);
Document Type:Other
Language:German
Year of first Publication:2010
Release Date:2016/02/18
Tag:Als PDF, als e-paper und/oder als abstract vorhanden; Bevölkerung; Einstellung; Erhebung; Mindestlohn; Statistische Analyse; Öffentliche Meinung
Issue:01
First Page:050
Last Page:056
DEGPOL (European trade union policy):

$Rev: 13581 $