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TITEL/INHALT

Chronologie der deutschen Gewerkschaftsbewegung von den Anfängen bis 1918 / Von Dieter Schuster. Mit einem Vorw. von Rüdiger Zimmermann und Registern von Hubert Woltering. - Bonn : Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung, 1999

Stichtag:
8. April 1910

Zum ersten Mal greift die Reichsregierung direkt und aktiv in eine Tarifauseinandersetzung ein. Eine von ihr nach Berlin einberufene Konferenz der Tarifpartner des Baugewerbes scheitert an der kompromißlosen Haltung der Arbeitgeber, die einen Reichstarifvertrag verlangen. Die Bemühungen der bayerischen und der württembergischen Regierung, eine Einigung zu erzielen, wird ebenfalls von den Arbeitgebern abgelehnt. Sie beschließen, ab 15. April alle Bauarbeiter auszusperren, deren Tarifvertrag am 1. April ausgelaufen war.
In Berlin und Hamburg war es jedoch schon zu einer Einigung gekommen. Trotzdem sind rund 200.000 Bauarbeiter von der Aussperrung betroffen.
Die Aussperrung in einem der größten Arbeitskämpfe vor dem 1. Weltkrieg dauert in einigen Städten bis Anfang Juli und endet nach Vermittlung seitens der Reichsregierung mit einigen Erfolgen der Bauarbeiter. Vor allem gelingt es ihm, neben Arbeitszeitverkürzungen örtliche Tarifverträge beizubehalten.



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net edition fes-library | 1999