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TITEL/INHALT

Chronologie der deutschen Gewerkschaftsbewegung von den Anfängen bis 1918 / Von Dieter Schuster. Mit einem Vorw. von Rüdiger Zimmermann und Registern von Hubert Woltering. - Bonn : Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung, 1999

Stichtag:
26./28. März 1910

Der Kongreß der "lokalisten" Gewerkschaften in Berlin empfiehlt den angeschlossenen Verbänden, keine Arbeitslosenunterstützungen einzuführen, da dies eine Maßnahme sei, die den Arbeiter selbst schwer belastet und nur dazu beiträgt, daß heutige Ausbeutungssystem zu stützen und zu verlängern.
Der Kongreß 1898 hatte noch erklärt, daß die Arbeitslosenunterstützung die Gewerkschaften zu Stützen der gegenwärtigen Ordnung degradiere, die Reiseunterstützung als wichtiges Kampfmittel dagegen empfohlen. Jetzt überträgt der Kongreß die Entscheidung über diese Unterstützung auf die einzelnen Verbände.
Alle Arbeiter werden gewarnt, vom Staat eine Milderung oder Beseitigung des Elends zu erhoffen und alle freiheitsliebenden Arbeiter werden zur Propaganda der Idee des proletarischen Klassenkampfes aufgerufen. "Nicht auf politisch-parlamentarischem, sondern einzig auf ökonomischem Gebiete vermag das Proletariat dem Kapitalismus schon heute Wunden zu schlagen und Niederlagen zu bereiten."
Örtlichen Organisationen steht es frei, Tarifverträge abzuschließen, wenn zwingende Gründe dafür vorliegen.



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net edition fes-library | 1999