Chronologie der deutschen Gewerkschaftsbewegung von den
Anfängen bis 1918 / Von Dieter Schuster. Mit einem Vorw. von Rüdiger
Zimmermann und Registern von Hubert Woltering. - Bonn : Bibliothek der
Friedrich-Ebert-Stiftung, 1999
Der Reichstag nimmt gegen die Stimmen der Sozialdemokraten die Reichsfinanzreform an, die eine Erhöhung zahlreicher indirekter Steuern vorsieht. Die Einführung einer von den Sozialdemokraten geforderten Reichserbschaftssteuer wird abgelehnt.
Stichtag:
10. Juli 1909
Die neuen indirekten Steuern belasten die Lebenshaltungen vieler Arbeitnehmerhaushalte. In zahlreichen von den neuen Steuern betroffenen Wirtschaftszweigen, vor allem der Nahrungs- und Genußmittelindustrie kommt es zu Produktionsrückgängen und hauptsächlich in der Tabakindustrie zu Entlassungen. Das Reich gewährt den arbeitslosen Tabakarbeitern eine geringe Unterstützung. Der Brauereiverband vereinbart mit den Unternehmern, daß Produktionsrückgänge durch Arbeitszeitverkürzungen ausgeglichen werden.