Chronologie der deutschen Gewerkschaftsbewegung von den
Anfängen bis 1918 / Von Dieter Schuster. Mit einem Vorw. von Rüdiger
Zimmermann und Registern von Hubert Woltering. - Bonn : Bibliothek der
Friedrich-Ebert-Stiftung, 1999
Die Generalkommission zählt 56 Zentralorganisationen mit 412.360 Mitglieder, davon 14.640 weiblichen und 6.800 Mitgliedern in Lokalvereinen. Nach einer Übersicht der Generalkommission gab es 1897 578 Streiks, an denen rund 63.000 Personen beteiligt waren. Von den Streikkosten wurden rund 60% von den Verbandskassen aufgebracht.
Stichtag:
Ende 1897
Die höchsten Organisationsgrade weisen die Buchdrucker mit 61,8%, die Bildhauer mit 55,45%, die Hafenarbeiter mit 37,95%, die Kupferschmiede mit 33,5% und die Handschuhmacher mit 31,66% auf.
Den geringsten Organisationsgrad haben die Handelshilfsarbeiter mit 0,08%, die Gärtner mit 0,45%, die Bauarbeiter mit 1,16%, die Bäcker mit 1,27% und die Hutmacher mit 1,39%.
Die stärksten Gewerkschaften sind die Metallarbeiter mit 59.890 (9,27%), die Maurer mit 42.652 (11,45%), die Holzarbeiter mit 40.880 (10,91%), die Buchdrucker mit 22.870 (61,8%) und die Textilarbeiter mit 22.650 (3,25%) Mitgliedern.
Die kleinsten Gewerkschaften sind die Xyolgraphen mit 130, die Handlungsgehilfen mit 225, die Büroangestellten mit 260, die Lagerhalter mit 270 und die Gärtner mit 350 Mitgliedern.
Von den Einnahmen wandten die Verbände ca. 22% für Streikunterstützungen, 10% für die Krankenunterstützungen, 10% für die Verbandszeitungen, 7% für die Reise- und 6% für die Arbeitslosenunterstützung auf.
An die Generalkommission wurden 0,9% der Einnahmen gezahlt.
Von den 330 Angriffsstreiks waren 176 erfolgreich, 101 teilweise erfolgreich, 53 erfolglos. Von den 248 Abwehrstreiks waren 96 erfolgreich, 45 teilweise erfolgreich, 101 erfolglos.