Chronologie der deutschen Gewerkschaftsbewegung von den
Anfängen bis 1918 / Von Dieter Schuster. Mit einem Vorw. von Rüdiger
Zimmermann und Registern von Hubert Woltering. - Bonn : Bibliothek der
Friedrich-Ebert-Stiftung, 1999
Auf dem ersten deutschen Seemannskongreß in Hamburg berichten die Delegierten über völlig unzureichende Arbeitsbedingungen der Seeleute.
Stichtag:
15./18. November 1897
Die Delegierten beschließen, den "Seemannsverband" in Deutschland mit Sitz in Hamburg zu gründen. Der Verband gewährt seinen Mitgliedern Rechtsschutz, Unterstützung, wenn ihre Effekten durch Schiffbruch verloren gegangen sind, und Krankenunterstützung, soweit die Reeder nicht dazu verpflichtet sind.
Die Delegierten fordern energisch eine Änderung der Seemannsordnung von 1872 zugunsten der Seeleute, vor allem eine Verstärkung der Kontrollen über die sozialen und sanitären Zustände auf den Schiffen.
Jedes Mitglied des Bundes erwirbt für sich persönlich die Mitgliedschaft des internationalen Bundes für Schiffs-, Hafen- und Flußarbeiter.
Der Bund erstrebt "die Zurückweisung derjenigen Ausländer von der Anmusterung auf deutschen Schiffen, welche der deutschen Sprache nicht soweit mächtig sind, daß sie die gegebenen Kommandos pünktlich ausführen können".