Chronologie der deutschen Gewerkschaftsbewegung von den
Anfängen bis 1918 / Von Dieter Schuster. Mit einem Vorw. von Rüdiger
Zimmermann und Registern von Hubert Woltering. - Bonn : Bibliothek der
Friedrich-Ebert-Stiftung, 1999
In Leipzig knüpfen die Buchdruckergehilfen an die Bewegung der Vorjahre an. Sie organisieren eine große Versammlung, in der die Einsetzung einer aus Vertretern der einzelnen Betriebe zusammengesetzten Delegiertenkonferenz zur Ausarbeitung eines einheitlichen Programms beschlossen wird. Diese Konferenz erarbeitet einen - ausdrücklich so bezeichneten - "detaillierten Tarif", der als "streng-gesetzliche Norm" eine zehnstündige Arbeitszeit, regelmäßige Lohnauszahlung, Akkordlöhne für Setzer und Bestimmungen zum Maschinen- und Lehrlingswesen festsetzt. Eine am 5. April stattfindende Verhandlung mit Unternehmervertretern wird zunächst ergebnislos abgebrochen, die Prinzipale erklären jedoch anderntags, zur Vermeidung von Unruhen, den Forderungen der Gehilfen bis zu einem behördlichen Schiedsspruch vorläufig nachgeben zu wollen. Die Gehilfenzeitung "Gutenberg" berichtet, daß daraufhin in Weimar und Naumburg für die Durchsetzung des "Leipziger Tarifs" gestreikt wurde.
Stichtag:
27. März 1848