Abstract aus der Digitalen Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung
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Abstract aus der Digitalen Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung

Eine moderne Forschungspolitik muß Forschung, Kapitalbereitstellung, Qualifizierung und Gründungshilfen intelligent vernetzen und Chancen kommunizieren. Dann können junge, innovative und schnell wachsende Technologieunternehmen zum entscheidenden Wachstumsmotor in Deutschland für neue Arbeitsplätze werden.

Innovation ist heute vor allem in kleineren, in Netzwerke eingebundene Unternehmen zu erwarten. Viele Großunternehmen wollen Kosten reduzieren und suchen nach mehr Flexibilität. Daher kommt kleineren Unternehmen und Allianzen mit größeren Unternehmen eine überragende Bedeutung für Innovation und Wachstum zu. Sie sind wesentlich vielseitiger, flexibler und schneller und können technologische Neuerungen "just in time" liefern.

Große Bedeutung für den langfristigen Erfolg der Start-ups und damit für die positiven Arbeitsmarkteffekte hat dabei die richtige Konfiguration der Forschungsketten. Die richtige Kombination der Ressourcen und Strategien ist in Europa noch oft dem Zufall überlassen, während in den USA junge Unternehmen zum Beispiel von Kapitalgebern systematisch unterstützt werden. Innovative Firmen sollten daher in Innovationsnetzwerke eingebunden werden, um über interessante Partner schnell einen guten Marktzutritt zu erhalten. Große Firmen und sog. "business angels" sollten die Gründung der Start-ups durch Bildung eigener Fonds finanzieren und sie beim Management und beim Marketing unterstützen. Sie würden dadurch den innovativen Firmen zugleich "Gütezeichen" verleihen, die ihren Kunden am Markt Sicherheit geben. Fachleute sollten sich einfacher als bisher zwischen großen und kleinen Unternehmen und den Universitäten und Forschungszentren hin und her bewegen können. Öffentlicher Dienst und Privatwirtschaft müßten dazu durchlässiger gemacht werden. Jungen Unternehmen in den USA steht eine wesentlich größere Bandbreite der Finanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung. Es müßte zum Beispiel auch in Deutschland üblich werden, daß junge Unternehmen Honorare und andere Leistungen statt mit knappem Bargeld durch Beteiligungen "bezahlen" können. Ganz wesentlich ist es, daß die Banken, die in Europa und Deutschland das meiste Wagniskapital bereitstellen, nicht länger vorrangig Grundstücke etc. als Sicherheiten akzeptierten, sondern das enorme Humankapital innovativer Unternehmen als entscheidenden Aktivposten betrachten und in die Prüfung der Kreditwürdigkeit einbeziehen.

Die Politik hat damit eine breite Palette von Aufgaben. So müssen die Mittel für Existenzgründungen erheblich aufgestockt werden, insbesondere beim Risikokapital für wachstumsorientierte Firmen. Interdisziplinarität muß gefördert werden, denn Innovationen entstehen vielfach an den Schnittpunkten zwischen den Fachdisziplinen. Da Innovationsnetzwerke Koordination und Kommunikation benötigen, sollten Verbindungen zwischen passenden Unternehmen hergestellt und Allianzen auf- und ausgebaut werden. Aus- und Weiterbildung müssen auf wachsende Märkte und neue Tätigkeiten/ Berufe ausgerichtet werden und die öffentlichen Verwaltungen eine Pionierfunktion beim Einsatz neuer Techniken spielen, um die Märkte für innovative Unternehmen zu erweitern. Bei einem vergleichbaren Innovationsklima wie in den USA wären in Deutschland seit 1980 nach Schätzungen netto sieben Millionen qualifizierte Arbeitsplätze im Dienstleistungs- und Informationssektor entstanden.

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