Abstract aus der Digitalen Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung
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Abstract aus der Digitalen Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung

Die Perspektiven des Wiederaufbaus der libanesischen Wirtschaft sind entscheidend von regionalen Entwicklungen, vor allem vom Frieden mit Israel und der zukünftigten Rolle Syriens, abhängig. Die 1994 offiziell begonnene Rekonstruktion des Landes hat einen sektoral, regional und sozial begrenzten boom ausgelöst, der das Wirtschaftswachstum deutlich positiv beeinflußt hat. Die Aufarbeitung der sozialen und politischen Folgen des 15-jährigen Bürgerkriegs findet geringeres Interesse. Vor allem die Überwindung des politischen Konfessionalismus ist durch eine politische Machtverschiebung zugunsten der Moslems nicht ausgeräumt. Das strikt neoliberale Vertrauen der Regierung in die Selbstheilungskräfte des Marktes und der privaten Wirtschaft begrenzt staatliche Intervention auf die Erstellung materieller Infrastrukturen (Straßen, Telephon, Flughafen, Energie). Soziale Investitionen in Bildung und Ausbildung und gezielte staatliche Arbeitsmarktinitiativen haben keine Priorität.

Die Hoffnung, den Libanon erneut zu einer von Warenproduktion freien "Schweiz des Nahen Osten" und zur traditionellen Dienstleistungs-, vor allem Finanzmittler-Zentrale zu machen, verkennt die veränderte Bedarfs- und Konkurrenzsituation: Die generelle Globalisierung der Transaktionen, neue Zentren am Golf und die Friedensperspektive im arabisch-israelischen Verhältnis relativieren die Chancen dieses Modells.

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