Abstract aus der Digitalen Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung
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Abstract aus der Digitalen Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung

Aufstiegs Japans nach dem Zweiten Weltkrieg, sondern ein gesellschaftliches Organisations- und Steuerungsmuster, das flexibel auf Chancen, Probleme und Herausforderungen zu reagieren Nicht Industriepolitik ist das Geheimnis des wirtschaftlichen erlaubt. Aber Japan muß heute genau wie die anderen OECD-Länder neue Politik-Muster entwerfen, darunter zwei Typen von Industriepolitik: Standortpolitik zur Stärkung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit und Industriepolitik für zukunftsfähige Entwicklung. Die erste ist auszurichten auf die inkrementelle Fortentwicklung etablierter Technologien, die zweite auf radikalen technologischen Wandel. Stärkung industrieller Wettbewerbsfähigkeit heißt Stärkung unternehmerischer Innovationsfähigkeit. Wichtigste Eingriffsebene ist das institutionelle Umfeld, in dem Unternehmen agieren (der "Mesoraum"). Von diesem Umfeld, das immer regional oder lokal gedacht werden muß, hängt die Leistungsfähigkeit insbesondere der mittelständischen Unternehmen ab, weil es den Zufluß produktions- und marktrelevanter Information an die Unternehmen organisiert. Die beiden Stützpfeiler des wirtschaftlichen "Mesoraums" sind (a) unternehmensübergreifende öffentliche Einrichtungen wie Forschungsinstitute, Beratungs- und Exportförderungseinrichtungen, branchenspezifische Ausbildungseinrichtungen etc. und (b) die Netzwerkbeziehungen unter den Unternehmen selbst. Innovationsfördernde Standortpolitik ist im wesentlichen Stärkung der regionalen und lokalen "Mesoräume", ihrer Informations- und Politik-Netzwerke. Zentrale Bezugsgröße dieser lokal orientierten Standortpolitik müssen dabei räumlich konzentrierte industrielle "Cluster" mit ähnlichen und andererseits einander zuliefernden Unternehmen sein. Relativ untauglich und oft kontraproduktiv ist hingegen eine Politik, die an der mikroökonomischen Ebene ansetzt, also Maßnahmen zur direkten Förderung von Unternehmen in den Vordergrund stellt.

Internationale Wettbewerbsfähigkeit eines Landes wird durch Politik gesichert, die in die Technologieentwicklung selbst steuernd eingreift. Dabei geht es um die Unterstützung von Unternehmen bei der Definition von technologischen "Entwicklungskorridoren" und um die Wahrung übergeordneter gesellschaftlicher Belange (z.B. Bevorzugung umweltfreundlicher oder beschäftigungsintensiver Entwicklungslinien). Die Wahl der technologischen Entwicklungspfade ist jenseits von staatlicher Willkür und Marktanarchie zu treffen durch die Organisation eines gesellschaftlichen Diskurses unter Einschluß der Bürger, der der Technologieentwicklung die Richtung weist. Die Referenzpunkte, an denen sich das spätere Marktgeschehen ausrichtet, sind z. B. durch die Energie- und Infrastrukturpolitik sowie die öffentliche Beschaffungspolitik aktiv zu gestalten.

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