Abstract aus der Digitalen Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung
FES: Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung
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Abstract aus der Digitalen Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung

Die Sequenz der Schritte zur - von der internationalen Konkurrenz erzwungenen - unternehmerischen Effizienzsteigerung gehorcht einer inneren Logik: Am Anfang steht die Einbeziehung der Belegschaft und die entsprechende Relativierung der betrieblichen Hierarchie. Dies bildet die Basis für wirkungsvollere Methoden der permanenten Optimierung (KVP, TQM, Null-Fehler-Konzept), der Beschleunigung von Abläufen (simultaneous engineering) und der radikalen Orientierung am Primat des Marktes (reengineering, reverse engineering, strategic benchmarking). Um organisatorische Effizienz auf Dauer zu sichern, bedarf es der ständigen Fähigkeit, alle Ablaufprozesse, je nach Bedarf, einer Revision zu unterziehen ("intellectual organization"). Diese Fähigkeit ist die Vorbedingung zum "Überleben im Chaos". Bedeutsam für die unternehmerische Effizienzsteigerung ist maximale Miteinbeziehung der Zulieferer. Das Ziel aller Maßnahmen zur organisatorischen Effizienzsteigerung sind Ablaufmuster und Strukturen, die rigoros auf die funktionalen Erfordernisse hin ausgerichtet sind (Lean Production und Lean Management). In der Praxis wurde dies oft mit Schrumpfung verwechselt. Reorganisation von Unternehmen bringt oft nicht die erwarteten Resultate, weil das Schwergewicht auf eine neue Aufbauorganisation gelegt wird und nicht auf die systematische Revision der gesamten Ablauforganisation. Das Positionsinteresse der Manager macht die-se Tendenz systemimmanent. Die Verbindung von EDV-Vernetzung und Teamarbeit bricht das Monopol betrieblicher Führungskräfte bei der Verwaltung von Herrschaftswissen und ermöglicht eine nicht-autoritäre, an Sachkriterien orientierte Koordinierung. Damit lassen sich Leistungsteams anvisieren, die sich weitestgehend selbst steuern und deren Leistungsfähigkeit nicht vom Vorgesetzten, sondern von den internen und externen Kunden des Unternehmens beurteilt wird. Erhöhte Normenschärfe reduziert den Spielraum für Abteilungsegoismus. Alle bisherigen Effizienzsteigerungen haben ein Produktionssystem hervorgebracht, das extrem fragil bleibt, da es die externen Kosten vernachlässigt. Ein auf Dauer durchhaltbares System darf u.a. nicht auf einer intensiveren Nutzung von Humankapital beruhen, sondern auf seinem menschengerechten Einsatz. Auf politischer Ebene wäre sicherzustellen, daß Wettbewerb zu gleichen sozialen und ökologischen Bedingungen stattfindet.

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