Abstract aus der Digitalen Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung
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Abstract aus der Digitalen Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung

Japan wird derzeit von verschiedenen Krisen in Wirtschaft, Politik und öffentlicher Verwaltung geschüttelt. Terrorakte wie der Giftgasanschlag auf die Tokyoter U-Bahn schüren die im Land um sich greifende Krisenstimmung der japanischen Gesellschaft. Die Wirtschaftskrise ist in erster Linie eine Aufwertungskrise des Yen. Seine Aufwertung ist - anders als die der D-Mark - nicht Zeichen der Stärke, sondern der Schwäche der japanischen Wirtschaft, die unter ihrem dualistischen Wirtschaftssystem und der Protektion des heimischen Kapitalmarkts leidet. Die Wirtschafts- und Finanzpolitik unterliegt in hohem Maße dem Einfluß der Industrie. Unterschiedliche Interessenlagen in Unternehmen und Unternehmensgruppen haben bislang verhindert, daß die Gegensätze zwischen dem Wettbewerb ausgesetzten und geschützten Firmen und Branchen durch eine Reform des Wirtschaftssystems behoben werden konnten. Es ist nicht die Regierung Murayama, die in besonderer Weise unfähig zur Durchsetzung eines wirtschaftlichen Deregulierungsprogramms wäre; es ist das politische System insgesamt, das sich einer Reform des bürokratischen Kontroll- und Schutzmechanismus widersetzt.

Da der wirtschaftliche Dualismus eng verbunden ist mit den Strukturen des politischen Systems, führt ein Ausweg aus der Krise notwendigerweise über den Umweg der politischen Reform, deren Auswirkungen jedoch erst langfristig greifen werden. Der Standort Japan befindet sich in einer durchaus ernsten Krise, verfügt aber nach wie vor über beachtliche Potentiale, seine Stellung als wirtschaftliche Supermacht verteidigen zu können.

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