Abstract aus der Digitalen Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung
FES: Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung
DIGITALE BIBLIOTHEK DER FRIEDRICH-EBERT-STIFTUNG
DEKORATION DIGITALE BIBLIOTHEK DER FRIEDRICH-EBERT-STIFTUNG DEKORATION


Abstract aus der Digitalen Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung

Das niedrige Profil der deutsch-japanischen Beziehungen widerspricht der Bedeutung Japans als Weltwirtschaftsmacht, sowie als potentieller Absatzmarkt und Kooperationspartner Deutschlands. Das deutsch-japanische Verhältnis muß daher zwar nicht grundlegend verändert, aber entschieden intensiviert werden. Als strategische Kooperationsfelder bieten sich an die Entwicklungs- und Sicherheitspolitik, die Umweltpolitik, die Katastrophenhilfe und Internationale Organisationen. Bei den wirtschafts- und handelspolitischen Konflikten ist weiterhin deutsche Zurückhaltung angebracht. Der von der Bundesregierung initiierte deutsch-japanische Dialog muß fortgesetzt werden. Dabei ist die Beteiligung von Spitzenvertretern auch der deutschen Wirtschaft erforderlich. Dieser Dialog sollte kein Forum wechselseitiger Freundschaftsbeteuerungen sein, sondern konkrete Kooperationsprojekte diskutieren. Die bisherigen Beziehungen sind gut, aber unausgewogen. Die deutschen Kenntnisse über Japan sind unzureichend, es fehlt praxisorientiertes wirtschafts- und sozialwissenschaftliches Wissen.

Aktive Förderung durch Bonn sollten mittelständische Unternehmen im low tech-Bereichen erfahren, die auf Grund der niedrigen Produktivität eines Teils der japanischen Kleinindustrie durchaus wettbewerbsfähig sind. Die Präsenz deutsche Unternehmen in Japan wird sich jedoch auch in Zukunft meist auf die Verkaufsförderung, die Beobachtung des japanischen Marktes und der Technologieentwicklung sowie exportbezogene Dienstleistungen reduzieren. Anreize zu produktiven Direktinvestitionen gibt es beim gegenwärtigen Yen-Kurs nicht. Konkrete Kooperationsfelder zwischen Japan und Deutschland bieten die internationalen Umweltprobleme, die Entwicklung der Drittweltländer, die friedliche Transformation der ehemaligen Sowjetunion sowie verschiedene Foren in Internationalen Organisationen. In der Bundesrepublik selbst ist eine engere Vernetzung zwischen der Japanpolitik des Bundes und der "neomerkantilistischen" Wirt-schaftsförderungspolitik der Bundesländer mit der Wirtschaft und den wissenschaftlichen Einrichtungen erforderlich.

Bitte benutzen Sie die BACK Funktion Ihres Browsers, um Ihre Ergebnisliste wieder zu erhalten.


©Friedrich Ebert Stiftung | Webmaster | technical support | net edition Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung | April 1999