Abstract aus der Digitalen Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung
FES: Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung
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Abstract aus der Digitalen Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung

Die vom Bund finanzierten anwendungsorientierten Großforschungseinrichtungen (GFE) sollen - wo möglich - zunehmend dem Wettbewerb ausgesetzt und stärker unternehmerisch organisiert werden. Den GFE, die eine jährliche Grundfinanzierung von 2,4 Milliarden DM erhalten, wird bereits seit langem vorgeworfen, eine wenig marktnahe Forschung zu betreiben: Aus der Großforschung kämen zu wenig Patente, ihre Ergebnisse würden kaum von der Wirtschaft übernommen. Kern der angestrebten GFE-Reform ist ein neues Finanzierungsmodell, das eine Schwerpunktverlagerung von der Grund- zur Projektfinanzierung vorsieht. Nach einer mehrjährigen Übergangszeit sollen nur noch ein Drittel des Haushaltes der GFE aus der Grundfinanzierung kommen. Die restlichen Mittel würden die GFE erhalten, indem sie sich um vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie (BMBF) und zunehmend auch von der Wirtschaft ausgeschriebene Projekte bewerben.

Die Etablierung eines solchen Forschungsmarktes erfordert jedoch Reformen auch innerhalb des Ministeriums. Erstens müßte das BMBF eine Moderatorenrolle zwischen GFE und Wirtschaft übernehmen und Anregungen aus der Wirtschaft in die ausgeschriebenen Projekte integrieren. Zweitens müßte es den GFE größere Autonomie, insbesondere in Haushalts- und Personalfragen einräumen und vielfältige bürokratische Hemmnisse abbauen. Für die GFE würden die vorgeschlagenen Reformen zwar einerseits mehr Risiken bedeuten, da sie dazu gezwungen wären, sich im Wettbewerb mit anderen GFE und öffentlichen Forschungseinrichtungen zu behaupten. Andererseits würden ihnen gleichzeitg mehr Entscheidungsspielräume, mehr Freiheiten und Chancen eröffnet.

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