Abstract aus der Digitalen Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung
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Abstract aus der Digitalen Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung

Usbekistan, bevölkerungsreichster Staat im postsowjetischen Mittelasien, bildet das Kernstück einer sicherheitspolitischen Kooperation zentralasiatischer Staaten mit Rußland und propagiert seinen politischen Entwicklungs- und Transformationsweg als Stabilitätsmodell von überregionaler Bedeutung. Der Vielvölkerstaat blieb bislang von ethnischen Konflikten nicht verschont, die besonders gut ausgebildete Vertreter russischsprachiger Minderheiten zur Emigration bewegen. In der Verfassung von 1992 verpflichtet sich Usbekistan zur Wahrung der Menschenrechte, politischem Pluralismus und Gewährung demokratischer Entwicklungsmöglichkeiten. Tatsächlich werden oppositionelle Kräfte jedoch massiv unterdrückt. Bei der Beurteilung innenpolitischer Entwicklungen sind traditionelle Strukturen, lokale Loyalitäten und Klanbildungen zu berücksichtigen. Der Islam hat für die Politik Karimows ambivalente Bedeutung. Der Volks- und Brauchtumsislam rangiert hier vor einem religiösen Purismus oder "Fundamentalismus"; eine für den islamischen Staat optierende Massenbewegung ist nicht zu sichten.

Mit Ressourcenreichtum und politischer Stabilität empfiehlt sich Usbekistan ausländischen Investoren, die sich zunehmend positiv zu den Geschäftsbedingungen äußern. In der Wirtschaftspolitik räumt Karimow der staatlichen Kontrolle Vorrang gegenüber einer zügigen Liberalisierung ein. Die bislang konservative Privatisierungsstrategie hat zunehmende Arbeitslosigkeit und steigende Inflationsraten nicht verhindert. Gleichzeitig steht Usbekistan in Zentralasien in besonderem Maße für eine der kritischsten Umweltschadenszonen der Erde. Der Hintergrund einer ökologischen Krise, sozialökonomischer Unterentwicklung und struktureller Fehlentwicklung darf nicht übersehen werden, wenn sich Usbekistan als Rohstoffgigant und Lieferant politischer Stabilität preist.

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