Abstract aus der Digitalen Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung
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Abstract aus der Digitalen Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung

Der ländliche Raum in den MOE-Ländern leidet weiterhin unter niedrigen Einkommen, hoher Verschuldung und großer Arbeitslosigkeit, auch als Ergebnis der Rationalisierung der zuvor deutlich überbesetzten Großbetriebe. Knappheitspreise, die Expansion des Privatsektors, eine stärkere Selbständigkeit der Produzenten und des vor- und nachgelagerten Bereichs führen jedoch zu einem effizienteren Einsatz der Produktionsfaktoren und zu weniger Ver- schwendung in Produktion und Vertrieb. Leistungsfähige Privatbetriebe entwickeln sich nur langsam, da unzulängliche Kapital- und Bodenmärkte den Strukturwandel und effiziente Betriebsstrukturen behindern.

Nahrungsmittelindustrien der MOE-Länder sind beliebtes Ziel ausländischer Direktinvestitionen, die Überschüsse der EU im Agrarhandel mit den MOE-Ländern und EU- Handelsbeschränkungen bilden jedoch ein zunehmendes Konfliktpotential. Agrarpreisniveau und Agrarsubventionen der MOE-Länder liegen bisher deutlich unter dem EU-Niveau, die Übernahme der EU-Subventionspolitik würde das Agrarpotential der MOE-Länder jedoch mobilisieren und die Überschüsse der EU deutlich erhöhen. Schon jetzt imitieren die MOE- Länder das schlechte EU-Beispiel und führen Marktordnungen und höheren Außenhandelsschutz ein. Bei einer Osterweiterung der EU würden die MOE-Länder zu Nettoempfängern aus den Struktur- und Agrarfonds. Auf den EU-Agrarhaushalt kämen dadurch nach 2005 zu den unter dem gegebenen Agrarsystem auf ca. 42 Mrd. ECU progno- stizierten Ausgaben jährlich weitere 12 Mrd. ECU hinzu, was einer Steigerung von 28% entspricht. Die Übernahme des EU-Agrarsystems auf die MOE-Länder ist deshalb aus finanziellen und ordnungspolitischen Gründen nicht vertretbar. Deshalb sollte die EU die 1992 begonnene Reform ihrer Agrarpolitik fortführen und den MOE-Ländern die Illusion nehmen, sie könnten einmal vom Segen der EU-Agrarsubventionen profitieren.

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