Abstract aus der Digitalen Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung
FES: Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung
DIGITALE BIBLIOTHEK DER FRIEDRICH-EBERT-STIFTUNG
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Abstract aus der Digitalen Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung

Der Schutz geistigen Eigentums ist in Gefahr. Die neuen Medien können sowohl Text- als auch Klang- und Bildinformationen in digitaler Form darstellen und speichern. Die digitalen Datensätze sind im besonderen Maße anfällig gegen Manipulationen Dritter. Kopien können in kürzester Zeit zu niedrigen Kosten und ohne jeglichen Qualitätsverlust hergestellt werden. Grenzüberschreitende weltweite Datennetze erlauben praktisch keine Kontrolle der Verwertung mehr.

Das Urheberrecht sicherte Autoren und Produzenten bisher sowohl die Kontrolle als auch die Beteiligung an der wirtschaftlichen Verwertung ihrer Werke. Kann es diese Rolle auch im digitalen Kontext übernehmen? Auf jeden Fall, meint Dr. Thomas Dreier, wissenschaftlicher Referent am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Patent-, Urheber- und Wettbewerbsrecht in München, in diesem Gutachten". Nur ist der Gesetzgeber dringend aufgefordert, Lücken und Unklarheiten im Urhebergesetz zu schließen und auf internationaler Ebene aktiv auf eine weltweite Harmonisierung hinzuwirken.

Urheberrechtsfragen gehören in Deutschland zu den Schlüsselfragen internationaler Wettbewerbsfähigkeit. Immerhin werden 4% des Bruttosozialprodukts von Unternehmen erwirtschaftet, die das Urheberrecht berühren; in Zukunft wird der Anteil eher noch steigen. Auf der anderen Seite steht aber ein derzeitiger Einnahmeverlust durch Urheberrechtsmißbrauch von ca. 2 Milliarden DM. Nur eine erhebliche Verstärkung des urheberrechtlichen Schutzes kann den entstandenen Kontrollverlust ausgleichen. Denn nur in einem rechtssicheren Raum sind schöpferische Tätigkeit und vor allem die nötigen Investitionen möglich.

Das Gutachten arbeitet die rechtlichen Unsicherheiten und Auswirkungen des gegenwärtigen Urheberrechts im digitalen Bereich heraus und entwickelt Lösungsansätze für den aktuellen gesetzgebungspolitischen Regelungsbedarf. Dennoch ist das rechtliche Instrumentarium allein nicht ausreichend. Die weitergehende Lösung ist vielmehr in der Technik selbst zu suchen. Durch die Installation von elektronischen Identifikationsmerkmalen, Zugangssperren, Nutzungskontrollen und Abrechnungsmechanismen könnte der Mißbrauch bedeutend erschwert werden.

Den Urhebern, Rechteinhabern und Verwertungsgesellschaften obliegt, so das Gutachten, die Anpassung der bestehenden urheberrechtlichen Verträge. Hier sind Initiativen wie die "Clearingstellen Multimedia" der Verwertungsgesellschaften zu fördern und ihre Arbeit als zentrale Stelle für die Rechtevergabe und Rechtevertretung zu ermöglichen.

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