Abstract aus der Digitalen Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung
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Abstract aus der Digitalen Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung

Nach dem steilen Anstieg der letzten Jahrzehnte scheint sich der Wirtschaftsboom in den fünf ASEAN-Gründerstaaten - Thailand, Malaysia, Singapur, Indonesien und Philippinen - jetzt zu verlangsamen. Das BSP der ASEAN 5 wuchs immerhin von nominal ca. 20,5 Mrd. Dollar (1965) auf 521 Mrd. Dollar (1994), damit verdoppelte sich der Anteil der 330 Millionen Einwohner (6 Prozent der Weltbevölkerung) am Weltsozialprodukt auf 2 Prozent. Das BSP der ASEAN 5 entspricht damit freilich auch heute erst dem Canadas (29 Mill. Einw.) und liegt bei etwa einem Viertel desjenigen Deutschlands (82 Mill. E.) - aber es ist fast doppelt so hoch wie dasjenige Afrikas südlich der Sahara (572 Mill. E.). Konjunkturelle Schwierigkeiten in der Elektronikindustrie sowie Lohnkostenprobleme in der Elektronik- und Bekleidungsindustrie deuten strukturelle Engpässe an: Löhne und Lohnstückkosten, die ihre Wettbewerbsfähigkeit zunehmend einbüßen, infrastrukturelle und Umweltprobleme, die kaum noch ignoriert werden können. Die Unternehmen reagieren durch eine Multilateralisierung ihrer Produktionsstandorte, Südostasien exportiert nun auch Risikokapital. Thailand und Malaysia und - von einem deutlich höheren Niveau - Singapur müssen nun auch technologisch anspruchsvollere Produkte exportieren. Hier macht sich jetzt jedoch der Mangel an Facharbeitern, Technikern, Ingenieuren und Managern sowie an eigenen Forschungskapazitäten bemerkbar.

Wachstum basierte bisher weitgehend auf billigen örtlichen Produktionsfaktoren (Land, Rohstoffe, Arbeitskräfte) und ihrer effizienten Kombination, nicht aber auf technologischer Innovation. Die materielle Infrastruktur und die Humanressourcen entsprechen den neuen Anforderungen nicht mehr und werden effektiv immer teurer. Ein Industriewachstum auf der Basis niedriger Löhne und Lohnkosten stößt in Thailand und Malaysia zunehmend an Grenzen und ist wegen des hohen Lohnniveaus in Singapur schon lange nicht mehr möglich, zumal in China, Vietnam, zukünftig vielleicht auch Myanmar, noch billigere Konkurrenten auftreten. Die Zuwachsrate der Exporte sowie der Gesamtwirtschaft hat sich abgeflacht, die Anlagebereitschaft des ausländischen Risikokapitals ist rückläufig, die Leistungsbilanzdefizite von Thailand (1995: 8 % des BSP, 1996: 7,8 %) und Malaysia (1995: 8,7 %, 1996: 6 %) werden immer gravierender und als Problem nun thematisiert. In diesen Ländern herrscht Kater-, in Thailand sogar Krisenstimmung. Arbeitskonflikte häufen sich in der Region. Sie sind Ausdruck eines immer notwendiger werdenden Paradigmenwechsels in der Wirtschaftsstrategie. Mißtrauen herrscht gegenüber den parlamentarisch instabilen Mehrparteienregierungen. In Indonesien formiert sich die Opposition, da die Nachfolgefrage des alternden autoritären Staatschefs zwar nicht akut, aber existent ist.

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