Abstract aus der Digitalen Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung
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Abstract aus der Digitalen Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung

Kuba hat sich vom Schmuddelkind der internationalen Staatengemeinschaft zum Geheimtip der Business-Community gemausert. Im letzten Moment und gerade noch rechtzeitig, um einen totalen Kollaps der kubanischen Wirtschaft zu verhindern, hat die Regierung Reformen eingeleitet und das Land auf Transformationskurs gesetzt. Die rasante Talfahrt der Wirtschaft ist gestoppt. Es stellt sich sogar bescheidenes Wachstum ein, getragen von der sog. economĦa emergente; einem Sektor, in dem marktwirtschaftliche Elemente inkorporiert und dem Trans- aktionen in Devisen erlaubt sind.

Die Freigabe des Dollars bei gleichzeitiger Beibehaltung des nicht-konvertierbaren Peso hat ein Dickicht von Segmenten, Sektoren und Transaktionstypen entstehen lassen, die sich nur schwer überschauen und kaum noch koordinieren lassen. Ohne die Investitionen aus dem Ausland, die seit 1993 verstärkt nach Kuba strömen, hätte das Land die Durststrecke der letzten Jahre kaum überlebt. Das neue Investitionsgesetz von 1995 kann als Einladung gelesen werden, in bislang unbeachtete Wirtschaftssektoren zu investieren, und markiert zweifellos einen Schritt nach vorn bei der Konsolidierung der wirtschaftlichen Öffnung. Das Regime wird vermutlich versuchen, die weitere allmähliche Liberalisierung von Märkten voranzutreiben, welche die einzige realistische Wachstumsquelle darstellt.

Mit der Konsolidierung (begrenzt) freier Märkte tritt eine Schicht neuer Selbständiger auf den Plan, und die soziale Pyramide ist in Bewegung geraten: Einige steigen nach oben, viele fallen nach unten, und das Gros sinkt en bloc auf das Niveau einer "unteren unteren Mittelschicht". Am Sozialismus aber wird nicht gerüttelt; weder von den Reformern noch von der Bevölke- rung. Reformen in der Wirtschaft hätten, so Castro, mit einer politischen Öffnung nichts zu tun.

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