Abstract aus der Digitalen Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung
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Abstract aus der Digitalen Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung

Die japanische Wirtschaft ist 1995 nicht zusammengebrochen, sie bewegt sich nur nicht mehr. Die schwerste Rezession der Nachkriegsgeschichte setzte 1991 ein und gilt seit Oktober 1993 als beendet. Doch der Aufschwung l"ßt auf sich warten, die Wirtschaft stagniert. Diese Bewegungsunf"higkeit geht auf die Überbewertung des Yen zurück sowie auf die Krise des Finanzsystems (fünf Bankenzusammenbrüche), das von den Folgen der Bubble Economy belastet ist. Auch geht die Stagnation erstmals mit einer merklichen Besch"ftigungskrise einher, deren wahre Dimension mit offiziell 3,4% ausgewiesenen Arbeitslosen keineswegs erfaßt ist. Die derzeitige kritische Lage markiert den Übergang Japans in das Stadium einer "reifen" Industriegesellschaft mit niedrigen Wachstumsraten, Besch"ftigungsproblemen, einer alternden Bev"lkerung und steigenden Sozialkosten. Damit stehen Institutionen zur Disposition, die das schnelle Wachstum mit erm"glicht haben, aber nur in Umfeld hoher Wachstumsraten bestehen k"nnen: Die lebenslange Besch"ftigung und die Lohnzahlung nach dem Seniorit"tsprinzip in der Großindustrie, die keiretsu-Unternehmensgruppen, die admini- strative Lenkung der Wirtschaft und die Protektion der traditionellen Wirtschaftsbranchen vor in- und ausl"ndischer Konkurrenz.

Der Rücktritt des nach seinen eigenen Abschiedsworten "mitunter überforderten" Premierministers Murayama am 5. Januar 1996 war nurmehr der vorl"ufige Schlußpunkt einer Etappe der Stagnation. Es gibt keine Garantie, daß die alte Regierungskoalition unter dem neuen Steuermann Hashimoto mehr als jene aus konservativen Gemeinpl"tzen bestehende "Vision of Japan" realisieren wird, die der neue Premier unter diesem Titel 1993 als dürftiges "Programm" ver"ffentlicht hatte.

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