Abstract aus der Digitalen Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung
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Abstract aus der Digitalen Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung

Die kulturelle und ethnische Heterogenität der Bevölkerung prägt die sozioökonomische und politische Situation Malaysias: Chinesen (ca. 30%) und Inder (etwa 8%) stehen unter dem Druck der muslimischen malaiischen Mehrheit, ohne daß es jedoch bisher zu staatsgefährdenden Konflikten gekommen wäre. Die Boomökonomie der letzten 20 Jahre mit Wachstumsraten z.B. 1987-1994 von durchschnittlich 8,7% hat die Einkommensunterschiede zwischen reicheren Nichtmalaien und der malaiischen Bevölkerung verringert und die Strukturen der Wirtschaft, des Arbeitsmarktes, der gesellschaftlichen Schichtung und der politischen Eliten nachhaltig verändert. Malaysia ist kein Billiglohn-Land mehr, Arbeitskräftemangel und Defizite im Ausbildungswesen bilden zukünftig jedoch riskante Engpässe für eine weitere dynamische Entwicklung.

Parallel zur forcierten Malaiisierungspolitik - auf zentralstaatlicher Ebene abgesichert durch ein von der Partei UMNO dominiertes Parteienbündnis - entwickelt sich ein islamisches Staatswesen eigener Prägung. Taktische und kontrolllierte Islamisierung von Regierungsseite, Druck fundamentalistischer Kräfte, die Zwänge ökonomischer und gesellschaftlicher Modernisierung sowie die ethnisch, kulturell, sprachlich und religiös uneinheitliche Bevölkerung ergeben ein Spannungsverhältnis, das bisher ausbalanciert werden konnte. Unter Führung des Finanzministers Anwar steht ein gemäßigt malaiisches und nicht fundamentalistisch, aber islamisch orientiertes Team junger Technokraten bereit, demnächst die Macht des fast 70-jährigen Premierministers Mahathir zu übernehmen. Eine grundsätzlich neue Politik ist dabei jedoch nicht zu erwarten.

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