Abstract aus der Digitalen Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung
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Abstract aus der Digitalen Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung

Die Entwicklung der Region Berlin-Brandenburg Erarbeitet von Ulrich Pfeiffer und Dr. Thilo Sarrazin, Diskussionspapier des Managerkreises der Friedrich- Ebert-Stiftung, Berlin, Oktober 1999, 13 S.

In der gemeinsamen Podiumsveranstaltung des Managerkreises der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Berliner Wirtschaftsgespräche am 27.10.1999 wird das Thesenpapier des Managerkreises zur Zukunft der Region Berlin-Brandenburg diskutiert. Dem Großraum Berlin-Brandenburg fehlt noch immer der Großstadtcharakter, den Städte wie München, Köln oder Hamburg durch die Ansammlung von großen Firmenhauptsitzen und High-Tech- Industrien besitzen. Berlin ist eine Stadt des Öffentlichen Dienstes. Die Folge: es bleiben keine Ressourcen für eine aktive Wirtschaftsförderung oder Investitionen in die Zukunft. Berlin-Brandenburg bietet aber auch eine überdurchschnittliche Dichte und Qualität an Forschungs- und Hochschuleinrichtungen. "Unterentwickelt" ist dagegen das Angebot im Bereich der hochqualifizierten produktionsorientierten Dienstleistungen. Langfristige Perspektiven Berlin-Brandenburgs Ein nachhaltiges Aufholwachstum ist trotz einer Vielfalt von Förderprogrammen noch nicht in Gang gekommen, kleinere Boomphasen konnten den z.T. sehr hohen Abbau an Arbeitsplätzen im verarbeitenden Gewerbe (seit 1995 - 1997 rund 27.000 Arbeitsplätze, seit 1989 insgesamt rd. 230.000 Beschäftigte, vor allem Niedrigqualifizierte) nicht auffangen. Zu den großen Schrumpfbereichen gehört auch die Bauindustrie. Eine Reindustrialisierung, die vor allem die Stadt Berlin benötigt, kommt auch im Umland nur schleppend voran. Der Hauptstadtfaktor allein mit einer Beschäftigungserhöhung bisher von rd. 15.000 Arbeitsplätzen wird diese Misere nicht beenden können, auch wenn eine Adresse in Berlin demnächst "ein Muß" sein wird für viele, die mit ihren Dienstleistungen eine gewisse Hauptstadtaffinität entwickeln (Medien, Consultingfirmen, Rechtsanwaltskanzleien und dergleichen). Für den großen Kick bei den unternehmensorientierten Dienstleistungen mangelt es allerdings an der industriellen Basis und an großen Firmenzentralen. Tourismus hat sich bisher als einziger autonomer Wachstumsbereich erwiesen, was Arbeitsplätze und Umsätze angeht. Bleibt es beim Status Quo, wird die Region auch in 10 Jahren noch eine höhere Arbeitslosenquote als Westdeutschland haben. Fazit Wirtschaftsförderung und lokale Industriepolitik müssen sich stärker bündeln und auf Qualitäts- und Leistungssteigerung bei lokalen Gütern setzen. Warum z.B. sollte Berlin nicht als Vorreiter für eine innovative Verkehrs-, Wohnungs- und Hochschulpolitik gelten. Aufgrund seiner Wirtschaftsstruktur ist ein hoher Beschäftigtenanteil im Bereich der lokalen Güter und Dienstleistungen (Einzelhandel, Güternah- und Personenverkehr, Gesundheit, Bildung etc) tätig, was zur Folge hat, daß für diese Güter auch ein großer Teil des Einkommens wieder ausgegeben wird. Effizienz- und Qualitätssteigerung bei den lokalen Gütern hat daher ein nicht zu unterschätzendes Gewicht, zumal auch hier die lokalen Handlungsmöglichkeiten (Land Berlin und Brandenburg) nicht unbeträchtlich sind. Wirtschaftsförderung vor allem im exportorientierten produzierenden Gewerbe muß sich vor allem am Wirkungsgrad orientieren und gegebenfalls privatisiert werden. Ohne eine signifikant höhere Quote an Direktinvestitionen aus dem Ausland ist ein wirklicher Aufschwung allerdings nicht zu bewerkstelligen. Erforderlich ist eine konzertierte Aktion der Region zur Akquisition von Direktinvestitionen sowie eine sehr viel stärkere Orientierung der Lohnpolitik an den lokalen Märkten und ihren Bedingungen

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