Abstract aus der Digitalen Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung
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Abstract aus der Digitalen Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung

Dem derzeitigen Niedergang des deutschen Bildungssystems sind grundlegende Reformen entgegenzusetzen: Die Schule ist nicht für den steigenden Konsumbedarf und "Banalhedonismus" der Kinder verantwortlich, sie muß aber die differenzierten Anforderungen der modernen Gesellschaft berücksichtigen und Bildungsmotivation wekken und fördern. Aktive - auch interaktive - Unterrichtsgestaltung, Kooperation, Leistungskontrolle und Leistungsanreize (z.B. Schulleiter auf Zeit) des Lehrpersonals, dezentrale Organisations-, Personal- und Finanzstrukturen sind notwendig, um die jungen Menschen auf die komplexe Lebenswelt mit ihren neuen Arbeitsanforderungen vorzubereiten. Mehr Wettbewerb an Schulen und Hochschulen würde mehr Gleichberechtigung aller gesellschaftlichen Schichten bedeuten. Gerade im heute zu straff organisierten Bildungssystem kommen die Kinder unterprivilegierter Schichten zu kurz. Mit Hilfe eines sozial verträglichen, aber nachfrageorientierten Finanzierungssystems können Eltern die für ihre Kinder beste Schule auswählen und damit die Wettbewerbsfähigkeit der Schulen untereinander mitbestimmen. Die Schulen müssen aus der bürokratischen Zentralsteuerung befreit, sie müssen autonomer und dezentraler werden.

An den Hochschulen liegt die Problematik ähnlich. Facharbeiter und Verkäuferinnen zahlen mit ihren Steuern die Hochschulkosten der Kinder aus bessergestellten Familien. Kreditfinanzierte Studiengebühren sowie regelmäßige Evaluierung der Professoren und der Hochschule würden den Studenten mehr Nachfragemacht und somit Mitbestimmung in Forschung und Lehre geben. Nachfrageorientierte Studenten sind an einem zügigen und effizienten Studium interessiert: Das Problem der zu langen Studienzeiten würde obsolet. Die vom Staat durch Bildungsinvestitionen finanzierten Akademikerrenten tragen mehr zur Ungleichheit bei als viele andere Faktoren in der gegenwärtigen Debatte um den Standort Deutschland. Wettbewerb um Studenten, um Forschungsmittel und Forschungskapazitäten läßt die Finanzierungsstruktur von Hochschulen zwar heterogener und damit unsicherer werden, führt aber auch zu mehr Transparenz und Autonomie der Universitäten. In einem Wettbewerbssystem, das stärker durch Nachfrage gesteuert wird, könnten die Hochschullehrer freilich nicht mehr Beamte auf Lebenszeit sein sondern Angestellte, deren Arbeitsplatz dann in Gefahr ist, wenn die Nachfrage schwindet.

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