Abstract aus der Digitalen Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung
FES: Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung
DIGITALE BIBLIOTHEK DER FRIEDRICH-EBERT-STIFTUNG
DEKORATION DIGITALE BIBLIOTHEK DER FRIEDRICH-EBERT-STIFTUNG DEKORATION


Abstract aus der Digitalen Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung

Deutschland braucht auf dem Weg ins nächste Jahrhundert mehr Radikalität in der Realitätsbewältigung. Der Managerkreis der Friedrich-Ebert-Stiftung plädiert daher für eine 'Angebotspolitik von links'. Für die Arbeitsmarktpolitik muß der Grundsatz gelten, daß wirtschaftliche Beschäftigungssicherheit für viele mehr wert ist als rechtliche Arbeitsplatzsicherheit für wenige. Der Dreh- und Angelpunkt ist die Flexibilisierung. Dazu sollten mehr Spielraum für die Betriebsparteien, moderne Formen der qualifizierungsorientierten Sozialpläne und flexible Arbeitszeitmodelle erprobt werden. Die Steuerreform, muß eine breitere Bemessungsgrundlage für Einkommen- und Körperschaftsteuer bei insgesamt niedrigeren Sätzen bringen. Dies hat positive Wirkungen auf Arbeitsanreize, Ergiebigkeit und Gerechtigkeit der Besteuerung wie auch auf das Wirtschaftswachstum. In den USA und anderen westliche Industrieländern konnte dadurch durchweg ein höheres Steueraufkommen (in Prozent des BIP) erzielt werden als in Deutschland - bei gleichzeitig erheblichen Beschäftigungszuwächsen! Die Strategie bietet auch die Grundlagen für eine solide Neuordnung der Staatsfinanzen.

Mehr Arbeitsplätze können im Dienstleistungssektor entstehen durch den Wegfall des de facto 100-prozentigen Grenzsteuersatzes für Sozialhilfeempfänger, eine gezielte Kombination aus Transferzahlungen und Arbeitseinkommen oder eine Absenkung der Abgaben im unteren Einkommensbereich. Gleichzeitig muß eine aktive, kundenorientierte Aus- und Weiterbildungspolitik Jugendlichen den Start ins Berufsleben erleichtern und (Langzeit-)Arbeitslosen eine schnellere Rückkehr in den Arbeitsmarkt ermöglichen.

Eine Reform des "versteinerten" Forschungshaushalts des Bundes ist überfällig. Durch intelligente Forschungsförderung und Industriepolitik können innovative Potentiale in Deutschland erschlossen werden. In modernen Branchen wie der Informations-, Bio-, Gen- und Verkehrtechnologie entstehen so neue weltweit wettbewerbsfähige Produkte und zukunftssichere Arbeitsplätze. Notwendig sind auch strukturelle Reformen in den Forschungsinstitutionen und beim Austausch von Wissen zwischen institutioneller Forschung und den Unternehmen.

In der Verkehrspolitik ermöglichen technische Innovationen die Ausweitung vorhandener Kapazitäten. Außerdem erfordert Verkehrspolitik der Zukunft einen Paradigmenwechsel. Hier sind belastungsabhängige Stauabgaben ein geeignetes Lenkungsinstrument. Darüber hinaus müssen subventionsfreie Mobilitätsmärkte aufgebaut werden.

Für Ostdeutschland ist eine innovationsorientierte Strategie erforderlich. Das große Arbeitsplatzdefizit liegt dort hauptsächlich in der Industrie. Es fehlen bis zum Jahr 2000 insgesamt über 2,6 Millionen Arbeitsplätze. Die Bereitstellung von Venture Capital und die Förderung technologieorientierter Unternehmen muß ergänzt werden durch eine offensive Ansiedelungspolitik von in- und ausländischen Direktinvestitionen sowie durch eine regionale Vernetzung von privaten und öffentlichen Forschungseinrichtungen.

Hier finden sie das Dokument im Volltext
Hier finden sie das Dokument als Volltext im PDF-Format (Dateigröße: 0 KB)

Bitte benutzen Sie die BACK Funktion Ihres Browsers, um Ihre Ergebnisliste wieder zu erhalten.


©Friedrich Ebert Stiftung | Webmaster | technical support | net edition Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung | April 1999