Abstract aus der Digitalen Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung
FES: Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung
DIGITALE BIBLIOTHEK DER FRIEDRICH-EBERT-STIFTUNG
DEKORATION DIGITALE BIBLIOTHEK DER FRIEDRICH-EBERT-STIFTUNG DEKORATION


Abstract aus der Digitalen Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung

Die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands darf nicht durch Versäumnisse im Bildungswesen verspielt werden. Kriterium für die Qualität der Ausbildung an Schulen und Hochschulen muß die Tauglichkeit der Ausbildungsergebnisse aus Sicht der "Kunden" des Bildungssystems, d.h. der öffentlichen und privaten Arbeitgeber, sein. Für die richtige (Hoch-)Schulwahl müssen den Schülern und Studierenden Performance-Indikatoren zur Verfügung gestellt werden. Um den Qualitätswettbewerb zwischen den Bildungsanbietern zu steigern, bedarf es der freien (Hoch-)Schulwahl sowie einer entsprechenden Organisation des Schulbesuchs. Darüber hinaus benötigten die Lehrkräfte Weiterbildungsangebote in der Wirtschaftspraxis.

Die Ausbildungszeit für die Hochschulreife muß um ein Jahr verkürzt, die Dauer des Studiums drastisch gesenkt (Trimestersystem) und die Zugangsbedingungen wettbewerblich organisiert werden. Über Studiengebühren sollten sich die Studierenden an den Kosten der Ausbildung beteiligen, um ihre Motivation zu steigern und den Hochschulen eine größere finanzielle Autonomie zu ermöglichen. Bei den Ausbildungsinhalten ist eine klare Orientierung an den Erfordernissen der internationalisierten Wirtschaft notwendig. Dazu zählen Auslandserfahrung, das sichere Beherrschen wenigstens einer Fremdsprache sowie der Zugang zu Personalcomputern und Netzdiensten für die Studierenden. Aber auch die Vermittlung von ethischer Verantwortung, Teamgeist und Solidarität sind im Studium nötig, um reines Effizienzdenken zu vermeiden.

Im Bereich der Beruflichen und Berufsschulausbildung sind die Steuerungs- und Integrationskräfte des Dualen Systems in Gefahr. Berufsbilder müssen flexibler gefaßt werden - weg von der Berufsausbildung hin zur Berufsfeldausbildung. Ein Auszubildender könnte zunächst einen Ausbildungsvertrag über eine breitgefächerte Grundausbildung von etwa 18 Monaten in einem Berufsfeld abschließen mit der Option, danach eine weiterführende Spezialausbildung zu erhalten.

Um jedoch mit dem beschleunigten Strukturwandel Schritt halten zu können, ist heute lebenslanges Lernen die Voraussetzung. Allerdings hat sich der Umfang der betrieblichen Weiterbildung in den letzten Jahren zurückentwickelt. Ein konsequenter Ausbau der aktiven Arbeitsmarktpolitik im Rahmen einer zwischen den Tarifparteien und der Politik zu verabredenden Doppelstrategie ist erforderlich. Den Unternehmen müßte erlaubt sein, Neueinstellungen vorzunehmen, ohne damit hohe finanzielle Risiken auf sich zu nehmen. Gleichzeitig muß auch von Entlassung betroffenen Arbeitnehmern eine faire Chance gegeben werden, durch berufliche Weiterbildung und mit neuen Fähigkeiten ausgestattet eine neue Arbeit zu finden. Zusätzlich ist auch in der beruflichen (Weiter-)Bildung der Einsatz neuer Formen der computer- und kommunikationsgestützen Bildung unverzichtbar, um die internationale technologische Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands langfristig zu sichern.

Hier finden sie das Dokument im Volltext

Bitte benutzen Sie die BACK Funktion Ihres Browsers, um Ihre Ergebnisliste wieder zu erhalten.


©Friedrich Ebert Stiftung | Webmaster | technical support | net edition Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung | April 1999